DDR-Kunst

Womacka-Wandbild in Mitte wird demontiert

Das Wandbild "Der Mensch, das Maß aller Dinge" von Walter Womacka am einstigen DDR-Bauministerium in Berlin-Mitte wird abgebaut. Es verschwindet - aber nicht für immer.

Foto: Paul Zinken

Es verschwindet – aber nicht auf Nimmerwiedersehen. Das Wandbild „Der Mensch, das Maß aller Dinge“ von Walter Womacka wird seit Montag vom Gebäude des ehemaligen DDR-Ministeriums für Bauwesen an der Breiten Straße 12 in Mitte demontiert. Die Arbeiten dauern noch an. Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) will das Kunstwerk zunächst einlagern und später an anderer Stelle wieder installieren lassen. Auch der Freundeskreis Walter Womacka setzt sich dafür ein, dass das Bild erhalten wird. Er hatte die Demontage angeregt, weil das Gebäude abgerissen werden soll.

Das Kunstwerk hängt seit 1968 an der Fassade. Der Künstler habe es zusammen mit seinen Studenten installiert, sagte WBM-Sprecherin Steffi Pianka. Das Bild ist 15 Meter hoch und sechs Meter breit. Es besteht aus 350 Kupferplatten, die eine Keramikschicht tragen. Die Arbeiten führt eine Gartenbaufirma aus Brandenburg mittels einer Hebebühne aus. Die Platten seien zwar verschmutzt, aber gut erhalten, so Pianka. Verrostet sei dagegen die Unterkonstruktion, an der sie mit Messingschrauben befestigt waren. „Sie kann nicht wieder verwendet werden.“

Das Gebäude des ehemaligen DDR-Ministeriums an der Breiten Straße in Mitte soll abgerissen werden. Ein Zeitpunkt stehe jedoch noch nicht fest, sagte am Montag ein Mitarbeiter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Das Grundstück werde vorerst nicht verkauft, sondern vorgehalten. „Für den Fall, dass künftig in Berlin ein Neubau für ein Ministerium erforderlich sein sollte.“ Die Bima habe der WBM das Kunstwerk kostenlos überlassen.

Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte engagiert sich aus mehreren Gründen für Womackas Bild. Der prominente Maler war seit 1984 ihr Mieter. Er starb im September 2010 im Alter von 85 Jahren. Seine Frau lebt heute noch in der gemeinsamen Wohnung in Mitte. Außerdem stammt von Womacka auch das Wandbild „Unser Leben“ am Haus des Lehrers am Alexanderplatz, das der WBM gehört.

Für das Wandbild von der Breiten Straße sucht die Wohnungsbaugesellschaft ein Gebäude in ihren Beständen, das die schwere Last tragen kann und einen geeigneten Giebel hat, der groß genug ist. „Das Bild soll künftig gut zu sehen sein“, so Pianka. An der Breiten Straße war es von Bäumen verschattet. Außer der behördlichen Genehmigung für den neuen Standort will die WBM auch die Zustimmung der Familie des Künstlers einholen. Zunächst soll ein Gutachter den Zustand der Kupferplatten einschätzen. Pianka zufolge hat der Senat Hilfe zugesagt, einen geeigneten Experten zu finden.