Berliner Jahreswechsel

Pyrotechnik sorgt wieder für Verletzte und Brände

In der Silvesternacht gab es in Berlin mehr Verletzte durch Schlägereien und Pyrotechnik als noch ein Jahr zuvor und mehr Brände. Insgesamt musste die Polizei seltener ausrücken, die Feuerwehr häufiger als in der Silvesternacht 2009.

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Fröhliche Silvesterparty in Berlin

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Zu diesem Jahreswechsel hatte die Berliner Polizei weniger Einsätze als noch ein Jahr zuvor.. Im Zeitraum von 18 Uhr bis 6 Uhr mussten die Beamten insgesamt 1698 (2009/2010: 1827) Mal zu Funkwageneinsätzen ausrücken. Es gingen während des Jahreswechsels insgesamt 3887 Notrufe ein. Im Vorjahr waren es 4081.

Fast identisch blieb mit 161 die Anzahl der Polizeieinsätze im Zusammenhang mit dem Abbrennen von Pyrotechnik im Vergleich zur Silvesternacht 2008/2009 (162). Die Zahl der polizeilich erfassten Einsätze wegen Schlägereien und Streitigkeiten sank um 10 von 180 auf 170. Dabei stieg die Zahl der Verletzten bei Schlägereien aber von 35 auf 41, bei Sachbeschädigungen von 68 auf 81 und bei Verletzungen durch falschen Umgang mit Pyrotechnik auf 7 auf 11.

Am Brandenburger Tor waren rund 850 Polizeibeamte im Einsatz. Das Fest verlief friedlich. In acht Fällen wurden Strafanzeigen wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz gestellt, zumeist weil Schreckschusswaffen zum Abfeuern von Pyrotechnik genutzt worden waren. Die Beamten leiteten zudem in elf Fällen Verfahren wegen Körperverletzung ein. Hinzu kamen noch Einzelfälle wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz (Pyrotechnik) oder Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt gab es eine vorläufige Festnahme und 32 Freiheitsbeschränkungen.

Für die Berliner Feuerwehr war Silvester wieder die arbeitsintensivste Nacht des Jahres. Insgesamt 1568 Einsätze wurden allein von 19 Uhr bis 6 Uhr bewältigt. Das waren rund 150 mehr als zum Jahreswechsel 2009/2010. Die Zahl der Rettungsdiensteinsätze sank leicht, dagegen stieg die Zahl der Brände um rund ein Viertel. Viele Brände und Verletzungen ließen sich auf unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern zurückführen, hieß es. Insgesamt standen für die Silvesternacht etwa 1500 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Technischem Hilfswerk mit rund 360 Fahrzeugen bereit.

Im Vorfeld hatten Beamte des Landeskriminalamtes und Bezirksämter 1767 Betriebe wegen des Verkaufs von Feuerwerk kontrolliert. 56 Kilogramm Pyrotechnik mussten wegen des Verstoßes gegen die Lagerungs- und Verkaufsvorschriften umgelagert werden, was die Polizei als eine geringe Menge bezeichnete. Die Polizei leitete fünf Strafverfahren und 21 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Im Vorjahr waren 1589 Betriebe kontrolliert und ebenfalls 21 Verfahren eingeleitet worden.

Die Meldungen der Berliner Polizei aus der Silvesternacht im Einzelnen finden Sie hier.

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