Urteil

Berliner würgt Busfahrer und bekommt Bewährung

Das Hupen eines Busfahrers brachte einen Berliner im Juni so auf die Palme, dass er sein Auto verließ, in den Bus stürmte, den BVG-Mitarbeiter würgte und schlug. Dafür erhielt der Bauarbeiter nun vom Amtgericht Tiergarten eine Bewährungs- und eine Geldstrafe.

Im Juni hatte ein Bauarbeiter einen Busfahrer nach Streit gewürgt, geschlagen und war mit dem Auto auf den BVG- Mitarbeiter zugefahren. Am Mittwoch ist der Mann vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs zu einem Jahr und sechs Monaten Haft mit Bewährung verurteilt worden. Er muss außerdem 1000 Euro Geldbuße zahlen. Das Gericht sprach von einer unangemessenen Reaktion: „Auf einen berechtigten Ruf zur Ordnung wurde mit einer Gewaltexplosion reagiert.“

Der Busfahrer fuhr auf dem Mariendorfer Damm in Berlin-Tempelhof, als er den Angeklagten telefonierend in dessen Auto sah. „Ich sah ihn als Unsicherheitsfaktor und hupte“, erinnerte sich der Zeuge. Es gab Streit, der Mann stürmte in den Bus und würgte den Fahrer. Durch einen Schlag erlitt der BVG-Mann eine blutige Lippe. Er wurde aus dem Bus gezerrt, der Angeklagte stieg in sein Auto. Er stand vor dem Fahrzeug und der Angeklagte gab Gas. Der Zeuge konnte sich durch einen Sprung zur Seite retten. Er war drei Wochen arbeitsunfähig.

Der Bauarbeiter zeigte Reue. Er habe falsch reagiert, weil er die Nacht wegen Streits mit seiner Frau durchzecht habe. Das Auto gehörte einem Freund. Einen Führerschein besitzt der Mann nicht. Die Behörde darf ihm nach dem jetzigen Urteil ein Jahr lang keinen Führerschein ausstellen.

Das Gericht sprach von einem beängstigenden Vorfall. Trotzdem sei Bewährung möglich. Der Angeklagte sei unbestraft, geständig und habe sich entschuldigt, argumentierte der Richter. Zum Glück habe der Busfahrer keine Folgeschäden erlitten.