Überfall am EC-Automaten

Intensivtäter gesteht Mordversuch an Polizisten

Ein als Intensivtäter geltender 18-Jähriger soll Anfang Januar einen Polizisten außer Dienst vor einem Geldautomaten in Berlin-Reinickendorf niedergestochen haben. Der Beamte erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Die Ermittler erkannten den mutmaßlichen Täter auf der Straße und griffen zu.

Knapp fünf Wochen nach dem Raubüberfall auf einen Polizisten in Reinickendorf haben Zivilfahnder der Polizeidirektion 3 am Donnerstagabend in Berlin-Wedding den mutmaßlichen Täter festgenommen. Wie ein Polizeisprecher am Freitagnachmittag mitteilte, hat der 18-Jährige den Überfall auf den Beamten sowie eine weitere Raubtat gestanden. Gegen ihn wurde inzwischen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des versuchten Mordes erlassen.

Mehrere Hinweise aus der Bevölkerung hatten die Ermittler auf die Spur des Mannes gebracht, nach dem schon gefahndet wurde. Am Donnerstagabend erkannten Beamte den Gesuchten an der Seestraße in einem Auto und nahmen ihn fest. Nach Informationen von Morgenpost Online ist der aus der Türkei stammende Mann der Polizei bereits wegen zahlreicher Straftaten bekannt und wird als Intensivtäter geführt. In den Monaten vor dem Raubüberfall soll er allerdings nicht mehr auffällig geworden sein. Nachdem sich zuletzt ein dringender Tatverdacht gegen den 18-Jährigen ergeben hatte, wurde dessen Wohnung an der Drontheimer Straße in Wedding von Beamten eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) durchsucht, der Verdächtige blieb jedoch zunächst verschwunden.

Der Überfall auf den Polizeikommissar erfolgte in den frühen Morgenstunden des 3. Januar 2010 vor einer Sparkassenfiliale am Franz-Naumann-Platz; dort hatte Opfer Detlef P. Bargeld abgehoben. Bei dem Überfall stach der Täter mehrfach auf den Beamten ein, der nicht im Dienst und in Zivilkleidung unterwegs war, und fügte ihm lebensgefährliche Verletzungen zu. Trotzdem gelang es dem Opfer, per Handy seine Kollegen zu alarmieren. Bei deren Eintreffen konnte P. den Angreifer noch als „Ausländer mit Mütze“ beschreiben, bevor er das Bewusstsein verlor.

Dem schwer Verletzten wurde im Deutschen Herzzentrum bei einer mehrstündigen Notoperation das Leben gerettet. Die Ärzte stellten fest, dass der Täter dreimal auf den Beamten eingestochen hatte, wobei ein Stich das Herz getroffen hatte. Nach Angaben eines Arztes überlebte Detlef P. die Attacke nur durch „unwahrscheinlich viel Glück“.

Nach der Tat waren bei der zuständigen 5. Mordkommission zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Einer brachte die Ermittler schließlich auf die Spur des 18-Jährigen. Die intensive Suche nach dem Verdächtigen blieb zunächst erfolglos, dem Mann gelang es über mehrere Wochen unterzutauchen, bevor er am Donnerstag erkannt und festgenommen wurde.