Currywurst

Berlin streitet sich mit Hamburg um die Currywurst

Foto: Michael Brunner

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei: Der Streit darüber, wer die Currywurst nun erfunden hat, währt schon lange und nimmt einfach kein Ende. Beziehungsweise, genau genommen hat er quasi zwei: Denn sowohl die Hamburger als auch die Berliner beanspruchen die Herkunft der geschnittenen Wurst mit der speziellen roten Soße für sich.

Laut Deutschem Currywurst Museum ist Berlin die Heimat der Currywurst; der Erfinderin Herta Heuwer wird ein ganzer Ausstellungsraum gewidmet (siehe Haupttext). Sie soll in ihrer Imbissbude in Charlottenburg 1949 auf die Idee gekommen sein, die Brühwurst mit einer Mischung aus Tomatenmark, Currypulver, Worchestersoße und mehr zu würzen.

In Hamburg aber ist man spätestens seit der Veröffentlichung von Uwe Timms Roman „Die Erfindung der Currywurst“ anderer Meinung. Der Schriftsteller erzählte, dass es bereits 1947 am Hamburger Großneumarkt Wurst mit Currypulver gab. Zu Ehren seiner Romanfigur, der „Erfinderin der Currywurst“, hängt dort eine Gedenktafel. „Alles Fiktion“, sagt Meike-Marie Thiele, im Currywurst Museum verantwortlich für die Ausstellungskonzeption. Die Geschichte sei nur eine Erzählung, mit erfundenen Charakteren.

In Ost-Berlin gilt „Konnopke’s Imbiß“ in Prenzlauer Berg als die Imbissbude, die 1960 als erste die Currywurst verkaufte. Max Konnopke gründete das Unternehmen 1930 noch als Bauchladen. Von 1947 an verkaufte er seine Wurst dann aus einem Imbisswagen heraus. Da es im Ostsektor selten Ketchup zu kaufen gab, kreierte die Familie ihren eigenen und gab sie zur Wurst ohne Darm (Tierdärme waren ebenfalls kaum zu bekommen). Noch heute verkauft Konnopkes Tochter, Waltraud Ziervogel, die Currywurst mit der speziellen Soße nach Geheimrezept.

( kle )