Vandalismus

Graffiti-Beseitigung kostet BVG vier Millionen

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Erstmals seit Jahren sind in Berlin die Ausgaben für die Graffiti-Beseitigung in Bahnhöfen und an Zügen der BVG gesunken. Doch auch 2009 war der Schaden wieder groß. Selbst Videoüberwachung schreckt viele Täter nicht ab.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mussten im vergangenen Jahr erstmals seit 2006 weniger Geld für die Beseitigung von Graffitischäden ausgeben. Nach eigenen Angaben hat das Landesunternehmen im vergangenen Jahr 3,8 Millionen Euro aufgewandt, um Schmierereien an ihren Fahrzeugen und Haltestellen zu entfernen. Das ist rund eine Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor. Nicht vollständig enthalten sind in der vorläufigen Statistik indes die Ausgaben für die Beseitigung von Vandalismusschäden.

Hauptangriffsziel für Graffito-Attacken sind wie schon in der Vergangenheit die Züge und Bahnhöfe der U-Bahn. Die Beseitigung der Schäden kostete die BVG 2,3 Millionen Euro. Die inzwischen auf allen Bahnhöfen eingesetzte Videoüberwachung scheint zumindest teilweise Täter abzuschrecken. So sank der Aufwand für die Schadensbeseitigung dort von jeweils 2,4 Millionen Euro in den Jahren 2007 und 2008 auf vergleichsweise bescheidene 1,63 Millionen Euro im Vorjahr. Allerdings gibt es immer wieder Beispiele, dass die zumeist bandenmäßig organisiert vorgehenden Sprayer sich auch von Überwachungskameras nicht von ihren Sachbeschädigungen abhalten lassen. Ein Beispiel dafür ist der U-Bahnhof Halemweg in Charlottenburg-Nord. Die Station an der Linie U7 war erst vor Kurzem von der BVG renoviert worden. „Doch schon nach wenigen Tagen sah der Bahnhof aus wie vorher – übel beschmiert und zerkratzt“, berichtet Morgenpost-Leserin Bianka K. Fahrgastverbände. Landespolitiker haben in der Vergangenheit daher wiederholt gefordert, dass die BVG die Bahnhöfe wieder dauerhaft mit eigenem Personal besetzen soll.

Trotz des Ausbaus der Videoüberwachung in den Wagen und des Einsatzes der umstrittenen Fensterfolien mit dem Brandenburg-Tor-Signet zum Schutz gegen das Scratchen (Zerkratzen) sind die Schäden in den U-Bahn-Zügen kaum zurückgegangen. Für die Beseitigung von Schmierereien und sogenannten Tags, also persönlichen „Unterschriften“, mit denen sich die „Künstler“ auf Wänden und Glasscheiben verewigen wollen, gab das Verkehrsunternehmen 2009 mehr als 670.000 Euro aus, gerade einmal 37.000 Euro weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt liegen die Ausgaben zur Graffiti-Beseitigung im Betriebsbereich U-Bahn noch immer deutlich über denen von 2006.

Zweitgrößter Posten in der BVG-Schadensbilanz sind die Ausgaben in Folge von Graffiti und Sachbeschädigungen an Fahrzeugen und Haltestellen der Straßenbahn. Diese verringerten sich im Vorjahr um 121.000 Euro auf nunmehr 1,33 Millionen Euro. Am geringsten fallen die Ausgaben zur Graffiti-Beseitigung in der Omnibussparte der BVG aus. Sie sanken um knapp 30.000 auf 216.000 Euro.

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