Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat den Verkehrsunternehmen der Region mit Ausnahme der Berliner S-Bahn für das vergangene Jahr solide Leistungen und ein zuverlässiges Angebot bescheinigt.
Trotz des dramatischen Einbruchs bei der S-Bahn sei es gelungen, mit vereinten Kräften aller Unternehmen den vollständigen Kollaps des Bus- und Bahnverkehrs zu verhindern, sagte VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz am Freitag bei der Vorlage der alljährlichen Qualitätsbilanz. Die Mehrbelastung hatte teilweise aber auch zur Folge, dass es um die Pünktlichkeit der Fahrzeuge nicht überall bestens bestellt war.
Die Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) etwa waren unpünktlicher als es der Verkehrsvertrag mit dem Land Berlin erlaubt. Mit einer Pünktlichkeitsquote von 86,6 Prozent verfehlten sie in der Jahresbilanz knapp die vertragliche Vorgabe von 87 Prozent. Nach den Worten von Franz wird damit eine Vertragsstrafe fällig. Zur Höhe machte der VBB-Geschäftsführer keine Angaben.
Franz verwies darauf, dass die chaotischen Zustände bei der S-Bahn der BVG Tausende zusätzliche Fahrgäste beschert und das größte kommunale Verkehrsunternehmen in Deutschland vor eine große Herausforderung gestellt hätten. Aufgrund der vielen Fahrgäste sei es oft zu längeren Ein- und Ausstiegszeiten gekommen, was das Risiko von Verspätungen erhöht habe.
Aber auch in Sachen Zuverlässigkeit blieben die BVG-Busse laut VBB mit einer Quote von 99,52 Prozent unter dem vertraglich vereinbarten Niveau von 99,8 Prozent. Die Zuverlässigkeitsquote gibt an, wie viel Prozent der vorgesehenen Fahrten tatsächlich stattfanden. U-Bahn und Straßenbahn waren hingegen in puncto Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit deutlich besser als die vertraglichen Vorgaben.
Schreckensbilanz für die S-Bahn
Für die S-Bahn kam der VBB-Jahresbericht einer Schreckensbilanz gleich. Franz erinnerte daran, dass im zweiten Halbjahr 2009 durchschnittlich jeder dritte S-Bahnzug nicht gefahren sei. S-Bahnchef Peter Buchner sicherte den Fahrgästen erneut zu, alles zu tun, um die frühere Kundenzufriedenheit wieder zu erreichen und sogar zu übertreffen. Nach seinen Worten wird in seinem Unternehmen jetzt auch die Sauberkeit der Züge zu einem großen Thema. „Wir haben uns viel vorgenommen, wir wollen durchgreifend besser werden“, sagte Buchner.
Neben der Grundreinigung in den Werkstätten und einer täglichen Grobreinigung vor dem Betriebseinsatz werde es künftig auch nach dem morgendlichen Berufsverkehr eine grobe Reinigung geben. Neuerdings sollen samstags und sonntags nach dem Nachtbetrieb auch die Böden in den Zügen feucht gewischt werden. Seit einiger Zeit wird auch der Lack an Zügen aufgefrischt. 240 Wagen wurden laut Buchner bereits behandelt. Weitere etwa 20 bis 40 Wagen sollen pro Woche folgen.



