Berliner Schloßplatz

Hunderte wollen Einheitsdenkmal entwerfen

Nun könnte es tatsächlich etwas werden mit dem Einheitsdenkmal in Berlin. Fast 400 Architekten und Künstler würden es gerne entwerfen. Bereits in gut sieben Monaten soll entschieden sein, wie das Kunstwerk aussehen wird - dabei muss der eigentliche Entwurf erst noch erstellt werden.

Am neuen Gestaltungswettbewerb für das in Berlin geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal haben sich fast 382 Künstler und Architekten beteiligt. Die große Resonanz sei ein erfreuliches Signal, sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Er sei zuversichtlich, dass sich das Projekt erfolgreich realisieren lasse.

Die Bewerbungsfrist für das offene internationale Verfahren endete am 26. März. Aus den eingegangenen Bewerbungen wählt nun ein unabhängiges Expertengremium etwa 30 Teilnehmer aus. In dem sich anschließenden nichtoffenen Wettbewerb werden die ausgewählten Teilnehmer dann die Entwürfe für das Denkmal erarbeiten. Ein unabhängiges Preisgericht wird dann den Siegerentwurf auswählen. Das Ergebnis soll zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit am 3. Oktober dieses Jahres bekannt gegeben werden.

Der Bundestag hatte am 9. November 2007 beschlossen, zum Gedenken an die friedliche Revolution im Herbst 1989 und an die Wiedergewinnung der staatlichen Einheit ein Denkmal zu errichten. Es soll in Berlin auf dem Sockel des ehemaligen Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. auf der Schlossfreiheit in der Nähe des Berliner Doms gebaut werden.

Bereits im Mai 2009 waren mehr als 500 Entwürfe des ersten Gestaltungswettbewerbs ausgestellt worden. Die Kriterien in der Ausschreibung waren so weit gefasst, dass höchst umstrittene Vorschläge wie etwa eine goldene Banane auf Säulen darunter waren. Der Kulturausschuss des Bundestags stimmte daraufhin dem Vorschlag Neumanns zu, einen neuen Wettbewerb zu starten. Rund zehn Millionen Euro hat der Bundestag für das Einheitsdenkmal bewilligt. Ein weiteres Einheitsdenkmal soll in Leipzig errichtet werden.

( EPD/sh )