Rapper plant eigene Partei

Bushido will Wowereit als Bürgermeister beerben

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Der Berliner Rapper Bushido will eine Partei gründen - und gegen Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) antreten. das sei das erste Ziel, so der Musiker. Perspektivisch käme auch ein Ministeramt auf Bundeseben in Frage. Ein Witz? Bushido behauptet das Gegenteil.

Der Berliner Rapper Bushido (31) will in die Politik - und ist, so sagt es der Deutsch-Tunesier, kein Witz: "Das ist auch kein Scherz, ich mein' das auch ernst", behauptet Anis Mohammed Yussuf Ferchichi, besser bekannt als Bushido, bei einer Pressekonferenz zu der Verfilmung seiner Autobiografie "Zeiten ändern Dich" in Karlsruhe am Wochenende.

Der in Berlin-Tempelhof aufgewachsene Bushido erläuterte, dass er eine Partei gründen wolle, denn es gebe "keine Partei in Deutschland, der ich angehören möchte". Er wolle sich informieren, was zu einer Parteigründung notwendig ist (Informationen zum Thema gibt es unter anderem hier: www.bundeswahlleiter.de/de/parteien/parteigruendung.html ), klar sei allerdings schon: "Da muss man verschiedene Personen haben, die verschiedene Ämter auch benutzen."

Bushido glaubt dem Vernehmen nach an den eigenen Wahlerfolg: "Wenn alle meine Fans, wenn alle, die meinen, dass ich ein vernünftiger Typ bin, wenn allein die Menschen mich wählen, dann habe ich mehr Stimmen als die FDP." Das hätte Folgen, zumindest wenn er sich für die Bundespolitik entscheiden sollte: "Das heißt, Außenminister werde ich dann auf jeden Fall."

Allerdings will Bushido zunächst in Berlin politisch aktiv werden: "Ich würde dann aber so als erstes Ziel Bürgermeister von Berlin ins Visier nehmen." Wobei er kein Problem mit dem Amtsinhaber Klaus Wowereit habe: "Der muss nicht weg, ich hab' jetzt nichts gegen Wowereit. Ich hab' auch nichts gegen die SPD." Regierender Bürgermeister von Berlin aber wäre "auf jeden Fall mein erstes politisches Ziel, oder meine erste große Hürde. Was soll ich jetzt auch machen: Musik? Filme drehen? das ist ja das, was ich jetzt schon 30 Jahre gemacht habe."

Seinen potenziellen Wähler, sagt Bushido laut Videomitschnitt der SWR-Musiksendung "Das Ding", wolle er das Gefühl geben "dass ich auch wirklich ihre Interessen vertrete". Und das, "ob das nun in den Bundestag oder in den Berliner Senat, egal, wo sie mich hinschicken, oder auf den G 8-Gipfel". Denn "der Politiker ist die Stimme des Volkes, so wie im alten Rom auch, als sich der Senat mit Cäsar getroffen hat", führt Bushido aus. Insgesamt sollen die Wähler den Eindruck gewinnen: "Hey - der Typ macht wirklich was."

Neben dem Arbeitsbereich Außenpolitik und/oder Regierender Bürgermeister käme für Bushido anscheinend auch der Posten der Wirtschaftsministers in Betracht: "Ich würde mich auch nicht von General Motors erpressen lassen. Die würde ich rausschmeißen, und die Opel-Mitarbeiter würden trotzdem ihre Arbeit behalten. Auch wenn ich's mit Gewalt durchsetzen müsste."

( dino )