Gesundheit

Der Döner bekommt ein Qualitätssiegel

Trotz Gammelfleischskandal - der Döner bleibt die Leibspeise der Berliner. Jetzt soll er auch besser werden. Ein Gütesiegel soll künftig die Qualität des Bräts im Brot von der Herstellung bis zum Verkauf garantieren. Damit steigen allerdings auch die Preise.

Foto: ddp / DDP

Berlins drittes Nationalgericht - neben Eisbein und Currywurst - soll besser werden. Und teurer. Darauf haben sich mehr als 140 Döner-Produzenten aus 16 Ländern beim ersten "Welt Döner Kongress" im türkischen Antalya verständigt.

Die Initiative für die Qualitätsoffensive kam aus Berlin, wo vor mehr als 35 Jahren erstmals ein Imbissbetreiber auf die Idee kam, das türkische Fleisch vom Spieß nebst Salat im Fladenbrot zu verkaufen.

Ziel sei es, ein Qualitätssiegel zu entwickeln, das dem Verbraucher - vom Hersteller bis zum Imbiss - lückenlose Qualitätsstandards garantiere, sagte am Montag Mehmet Cem vom Verein Türkischer Dönerhersteller in Europa, der in Berlin ansässig ist. Bereits unmittelbar nach dem Gammelfleisch-Skandal hatte der Verein im August 2007 auf Anregung von Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) den Startschuss dafür gegeben.

Bis Ende 2009, so hofft Cem, könnte das brancheninterne Kontrollsystem zur Siegelvergabe stehen. Unterstützt werden die Hersteller von Wissenschaftlern der Universität im türkischen Bursa. Der Qualitätsstempel aus Berlin soll ebenso wie der Döner selbst ein Exportschlager werden. Auch Hersteller anderer Länder hätten auf dem Kongress bereits Interesse bekundet, berichtete Cem.

Dass diese garantierte Qualität ihren Preis haben wird, daran ließ der Vereinsvorsitzende keinen Zweifel. Leider sei der Konkurrenzkampf der Imbisse in Berlin in der Vergangenheit zu oft über den Preis ausgefochten worden. Ein seriös kalkulierter Qualitätsdöner müsse aber etwa drei bis 3,50 Euro kosten.

Insgesamt habe sich die Branche nach den Umsatzeinbrüchen durch die Skandale wieder erholt, sagt Cem. Auch, weil der Döner weiter seinen Siegeszug fortsetze, nun auch in Ländern wie Tschechien, Bulgarien und Rumänien. Allein deutschlandweit setze die Branche jährlich 2,7 Milliarden Euro um.