BFC - Tennis Borussia

Polizist nach Fußball-Randale von Aufgabe entbunden

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Die Krawalle bei dem Berliner Fußball-Oberligaspiel Tennis Borussia gegen BFC Dynamo haben disziplinarischen Konsequenzen für einen Polizisten: Gegen den Hundertschaftsführer der Bereitschaftspolizei wird ermittelt, vorläufig ist er von seinen Aufgaben entbunden.

Im Zusammenhang mit den schweren Krawallen beim Oberligaspiel zwischen Tennis Borussia Berlin und dem BFC Dynamo ist ein Strafermittlungsverfahren gegen einen Polizisten eingeleitet worden. Die Berliner Polizei reagierte damit auf ein Video, das in einem Internetportal veröffentlicht wurde und den Beamten bei einem Angriff auf einen Besucher zeigt. Das Geschehen auf dem Video begründe den Verdacht einer Körperverletzung im Amt, hieß es in einer Pressemitteilung.

Der Hundertschaftsführer der Bereitschaftspolizei wurde bis zum Abschluss der Ermittlungen von seinen Aufgaben entbunden. Über mögliche dienstrechtliche Konsequenzen wird auf der Grundlage der Ermittlungsergebnisse im Rahmen eines Disziplinarverfahrens entschieden.

Bereits am vergangenen Sonntag hatte BFC-Präsident Norbert Uhlig der Polizei unnötige Gewalt vorgeworfen. Auf der Internetplattform Youtube ist nun ein belastendes Video aufgetaucht. Der 27 Sekunden lange Handy-Film zeigt, wie ein Polizist ohne ersichtlichen Grund auf einen telefonierenden Fan einschlägt und anschließend seinen daneben stehenden Begleiter niederschlägt.

Der Polizei ist die Aufnahme bekannt. Gegen die Beamten sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die Polizei mit. „Das Geschen auf dem Video begründet den Verdacht einer Körperverletzung im Amt“, hieß es. Den prügelnden Polizisten drohe eine Disziplinarstrafe.

Bei den Ausschreitungen waren 58 Menschen verletzt worden, 18 Randalierer nahm die Polizei fest. Beim 4:2 von TeBe waren aus dem Block der gut 1300 BFC-Anhänger unter den 2047 Zuschauern wiederholt Feuerwerkskörper und diverse Gegenstände auf das Spielfeld geflogen. Als die Polizei in die Fankurve marschierte, eskalierte die Lage.

BFC-Präsident Uhlig machte die Polizei für verantwortlich. Er warf den mit mehreren Hundertschaften angerückten Einsatzkräften unverhältnismäßiges Einschreiten vor. Die Polizei hätte auch Frauen und Kinder geschlagen. Der Verein reduziere seinen Sicherheitsdienst, weil er ihn nicht mehr brauche, sagte Uhlig weiter. Die Leiterin der Polizei-Pressestelle, Heike Nagora, unterstellte Uhlig daraufhin „Realitätsverlust oder Ignoranz“ und forderte, Vereins- oder Verbandsgremien sollten ihn „aus dem Verkehr ziehen, bevor Schlimmeres passiert“.

Nach den Ausschreitungen hat der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) angekündigt, gegen beide Clubs ein Sportgerichtsverfahren zu eröffnen. Tennis Borussia ist als Gastgeber ebenfalls von den Ermittlungen betroffen.

( sid/hed/apä )