Wenn heute von Bürgerprotest die Rede ist, von Politik, die ihre Bürger nicht hört, wenn beklagt wird, dass Medien nicht so oder nicht das berichten, was manche gern hätten – dann lohnt es sich, 30 Jahre zurückzugehen in die deutsch-deutsche Geschichte. In eine Zeit, in der es im einen Teil des Landes reichte, ein handgefertigtes Flugblatt dabeizuhaben, auf dem stand: „Wir wollen raus!“, um als Staatsfeind verfolgt zu werden.

Während sich der andere Teil Deutschlands über die heftige Gewalt empörte, die am 1. Mai 1989 Kreuzberg erschüttert hatte, wieder einmal. Autos hatten diesmal gebrannt, Steine waren geflogen, die Polizei wurde von der Gewalt überrannt, das alles im Namen eines „revolutionären“ Protests. Anfang Mai wollten nun auch die Polizisten gegen den gerade gewählten Senat demonstrieren. Sie machten die rot-grüne Politik mitverantwortlich für die missratene Deeskalationsstrategie bei den Krawallen.