Im „Pallaseum“ essen zu gehen kann eine richtig gute Idee sein. Der monströse Gebäudekomplex in Schöneberg wird zwar gerne als „Sozialpalast“ bezeichnet und gilt als Brennpunkt in der Gegend. Doch der „Pascha Grill“ inmitten des Baus aus den 70er-Jahren ist unbedingt einen Besuch wert. Das Lokal ist 24 Stunden am Tag geöffnet – und das seit nahezu 20 Jahren.

Das Innere des Grill-Restaurants wird von Neonlicht hell erleuchtet und zeigt sich blitzsauber. Boden und Wände wurden mit hochwertigem roten und grauen Granit gestaltet – vermutlich, weil sich das glatt polierte Material gut reinigen lässt. Die Herzstücke des Lokals sind eine Vitrine, in der Fleischstücke ausgestellt werden, und ein verglaster Holzkohlegrill. Gestärktes Weiß auf den Tischen und formvollendet agierende Kellner darf man hier allerdings nicht erwarten. Die Getränke, mit Ausnahme des Weins, muss man sich selbst aus dem Kühlschrank holen. Gläser für das Bier oder die Limonade gibt es nur auf Nachfrage.

Ältere Gäste, meist türkischer oder arabischer Herkunft, wählen hier oft eine große Portion Linsen- oder Pansensuppe mit getoastetem Fladenbrot (2,20 Euro). Jugendliche und deutsche Besucher entscheiden sich für Fisch oder Fleisch vom Grill, die mit einer üppigen Portion frisch angemachten, gemischten Salats und Reis serviert werden. Aus gutem Grund, wie sich zeigte. Wir probierten hervorragende, rosa gegrillte Lammstücke vom Spieß und feurig-scharfen Gemüsedip (8,50 Euro). Ein ungewöhnlicher Genuss waren die würzigen, entbeinten Hähnchenkeulen. Der kulinarische Höhepunkt des Abends im Pascha Grill war aber eine große gegrillte Dorade, die zart und saftig war und ein tolles Holzkohlearoma hatte.

fmr