Nach einigen vergeblichen Versuchen griechischer Vorbesitzer könnte es für Lichtenrade ein Gewinn sein, dass der Betrieb des relativ neuen Restaurants Lewald – benannt nach seinem Betreiber – hier nun gut läuft. Durch große Glasfronten kann das Besuchervolumen von der Straße gut eingesehen werden und wirkt so recht ansprechend. Innen dominieren klare Linien: heller Dielenboden, dunkle Holztische, Kristalllüster, aufgewertet durch Fotos berühmter Berliner.
Koch Richard Lewald, der unter anderem im Steigenberger gearbeitet hat, kocht saisonale deutsche Küche mit wechselnder Wochenkarte und überschaubarer Tageskarte. Kinder bekommen „kleine Gerichte“ mit Kartoffelstampf oder Pommes. „Schnitzel klopfen“, Brat- und Mixgeräusche sind dezent aus der Küche zu hören und steigern die Vorfreude auf das, was serviert wird. Die Kartoffelsuppe mit Schinken und Parmesan (4,50 Euro) schmeckte nach frischen Kräutern, etwas zu dick in der Konsistenz, dafür kam sie ohne Sahne aus. Das in Speck eingewickelte Schweinefilet auf süß-sauren Linsen und Kartoffeln (14 Euro) ist reichlich bemessen. Die Kartoffeln sind tourniert (gute Kochschule), also in Form geschnitten, knusprig mit einem frischen Thymianzweig gebraten, die Linsen perfekt gegart und gewürzt. Das Fleisch hätte schärferes Anbraten vertragen. Der Riesling (0,2l für 4,50 Euro) wurde in der Karte als „recht stoffig am Gaumen mit Säurespiel“ beschrieben. Wir fanden ihn „süffig“, den Preis in Ordnung. Das Restaurant bietet einen kulinarischen Querschnitt – vom Münchner Leberkäse, Brandenburger Metzgerteller, Matjes von der Waterkant bis zur Berliner Kalbsleber.
Restaurant Lewald Kirchhainer Damm 1, Lichtenrade, Tägl. ab 12 Uhr, Tel. 761 06 785, www.restaurant-lewald.de
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