Ob kubanische Zigarren, versilberte Bilderrahmen, Champagner zur Currywurst oder köstliche Torten und Pralinen: Am Roseneck gibt es wohl fast alles. Das wäre allein schon ein Grund, der Ecke zwischen Clayallee, Hohenzollerndamm und Teplitzer Straße einen Besuch abzustatten. So starten wir unseren Spaziergang am Roseneck, wo noch Dutzende Rosen im Beet an der Ecke mit ihrer späten, rosafarbenen Pracht dem Novembergrau trotzen.

An der Hagenstraße, Ecke Teplitzer Straße steht das palastartige, dreieckige Botschaftsgebäude des Emirats Katar. Es wurde von 2000 bis 2004 für rund 18 Millionen Euro gebaut und glänzt mit seiner Fassade aus abgeschliffenem spanischem Granit wie eine Burg aus grauem Marmor. Katar zählt zu den zehn reichsten Ländern der Welt. Man sieht es.

Schräg gegenüber erhebt sich kontrastreich mit seinen 16 Stockwerken das älteste Hochhaus Berlins. Es wurde zwischen 1954 und 1955 nach Plänen von Franz Heinrich Sobotka und Gustav Müller errichtet, hat aber dem äußeren Anschein nach seine besten Jahre hinter sich. Wegen seines Y-förmigen Grundrisses besitzen alle Wohnungen mindestens ein nach Süden ausgerichtetes Zimmer.

Das Wohnhaus von Rainer Maria Rilke

Wir wandern die zweispurige Hundekehlestraße entlang Richtung Osten. Im Haus Nummer 11 lebte von 1898 bis 1900 der Dichter Rainer Maria Rilke in der Villa Waldfrieden. Hier soll er den „Cornet“ geschrieben haben, eine Erzählung. Heute steht hier ein vierstöckiges Mehrfamilienhaus mit Balkonen zur Straßenfront. Wir überqueren die Warnemünder Straße und folgen der Breiten Straße, die den Geschäften und gastronomischen Betrieben des Rosenecks zumindest der Anzahl nach in nichts nachsteht.

An der Ecke Kirchstraße steht seit Ende des 13. Jahrhunderts die aus Granitfindlingen errichtete Dorfkirche Schmargendorf. Sie ist mit 66 Quadratmetern die kleinste der erhaltenen Berliner Dorfkirchen und beherbergt ein barockes Kruzifix (um 1700) sowie zwei dem Mittelalter entstammenden Glocken, eine mit der lateinischen Inschrift „O rex glorie Christie veni cum pace“ („Oh König der Herrlichkeit Christus komme mit Frieden“).

Ein Gang über den angrenzenden Friedhof Alt-Schmargendorf mit Kriegsgräbern für Gefallene des II. Weltkriegs und einem als Baudenkmal in der Denkmalliste eingetragenen Grabkreuz Peter Gottfried Salomon Schmidts von 1844 beendet unseren Spaziergang.

RAA