Ein richtiges Caféhaus in einer nicht gerade mit stilvollen Lokalen gesegneten Gegend ist das Café Mirbach. Es liegt an einer von Bäumen umstandenen Straßenrundung, auf der die Autos hier den Turm der alten und zerstörten Bethanienkirche auf dem Mirbachplatz umkurven und hat Gemütlichkeit zu bieten, bei gutem Wetter auch Plätze auf dem Gehsteig.

In der Küche ist von früh bis spät Betrieb, das Frühstücks- und Brunchangebot ist eine wichtige Säule des Umsatzes. Ab Mittag gibt es klassische Gerichte wie Nudel- oder Schnitzelteller, Salate, Suppen und Kinderportionen. Außerdem sorgt eine Wochenkarte für Abwechslung, zum Beispiel mit gebratenen Filetspitzen in Pfifferlingrahm mit Penne und frisch gehobeltem Parmesan (10,80 Euro).

Letzterer war eventuell dabei, wenn auch mit bloßem Auge nicht auszumachen. Zu den Filetspitzen darf man sagen, dass sie vor allem reichlich waren, gewürzt allerdings weniger. Daneben gestelltes Salz und Pfeffer helfen nicht, denn die in Sahnesauce schwimmenden Nudeln nehmen diese wenig kreative Intervention eher undankbar an. Es ist eine dieser enttäuschenden Sahnesaucenvarianten, die erzeugt werden, wenn man das Essen zusammen mit einem Becher Sahne erhitzt. So geht das aber nicht. Wirklich mitessen kann man eine Sauce mit Messer und Gabel sowieso nicht – Brot gab es keines.

Kann aber alles Pech gewesen sein, denn andere Gäste betonten beim Bezahlen glaubwürdig, wie lecker es geschmeckt habe. Die Atmosphäre ist jedenfalls angenehm im Mirbach, nichts wirkt aufgesetzt oder auf betont schick gemacht. Eine Rückkehr ist daher keineswegs ausgeschlossen.

Café Mirbach, Behaimstraße 64, Weißensee, Mo.–Sa. 9 bis 1 Uhr, So. 10 bis 24 Uhr, Tel. 92 04 56 12, www.cafe-mirbach.de

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