Fotografien

So sahen die Berliner Bahnhöfe früher aus

Mit Dampf rollten die Eisenbahnen durch Berlin. Ein neuer Bildband stellt die Geschichte der Bahnhöfe in historischen Aufnahmen vor.

Berlin. Die erste Eisenbahn Preußens fuhr im September 1838 von Zehlendorf nach Potsdam, ein paar Wochen später ging es dann auch in die andere Richtung nach Berlin – zum Potsdamer Bahnhof. Der war ein Kopfbahnhof, wie auch die anderen Endstationen, die in den Jahren danach entstanden: der Anhalter, der Stettiner, der Frankfurter Bahnhof. Sie „wirkten wie Endpunkte von Tentakeln, die von allen Seiten an die Stadt andockten, ihr Impulse gaben und den Zu- und Abfluss der Menschen und Waren garantierten“, heißt es im von Boris von Brauchitsch herausgegebenen Bildband „Unter Dampf“.

In 155 Abbildungen und kurzen Texten erzählt das Buch die Geschichte der Berliner Bahnhöfe und ihre Entwicklung von der bescheidenen Station zum Ein- und Aussteigen bis hin zum prachtvollen Repräsentationsgebäude: „Sie verkörperten moderne Stadttore, den unaufhaltsamen Fortschritt der Technik und die Freiheit des modernen Reisens“.

Die Ring- und die Centralbahn (später Stadtbahn genannt) vernetzten die Bahnhöfe, die Wege innerhalb der Stadt wurden schneller und unkomplizierter – bis das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Teilung der Stadt viele Verbindungen lahmlegten. Von den prachtvollen Bahnhöfen blieb nur einer übrig: Im Hamburger Bahnhof ist heute die zeitgenössische Kunst im Museum für Gegenwart zu Hause.

„Unter Dampf. Historische Fotografien von Berliner Fern- und Regionalbahnhöfen“. Herausgegeben von Boris von Brauchitsch. Edition Braus, 168 Seiten, 24,95 Euro.