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German Startups Group aus Berlin geht an die Börse

Die German Startups Group gibt es erst 2012. Sie ist beteiligt an Delivery Hero, Mr. Spex und Rebuy. Und bereits demnächst geht die Beteiligungsgesellschaft aus Berlin an die Börse.

Foto: German Startups Group

Wieder schickt sich ein Start-up aus Berlin an, an die Börse zu gehen: die German Startups Group. Der genaue Termin steht noch nicht fest, vermutlich wird es im dritten Quartal soweit sein. Auch über die Höhe des erwarteten Erlöses schweigt sich das Unternehmen aus. Das Besondere am Börsengang, den die Commerzbank federführend begleitet: Die German Startups Group ist weder ein Internethändler noch eine Finanztechnikfirma noch ein Online-Dienstleistungsvermittler, sondern eine Beteiligungsgesellschaft. Und sie existiert erst seit Sommer 2012.

Hinter dem Unternehmen steht Christoph Gerlinger. Der 47jährige hat bereits zwei Unternehmen gegründet und an die Börse gebracht, darunter den Berliner Spieleentwickler Frogster Interactive Pictures. Mit dem Geld aus den früheren Geschäften gründete er die German Startups Group, die sich an frisch gegründeten Firmen beteiligt. Dabei arbeitet das Unternehmen mit Finanzpartnern wie Project A und Team Europe zusammen.

Geld steckt in 40 Firmen, unter anderem im Online-Bringdienstvermittler Delivery Hero, im Musikstreamingdienst Soundcloud, im Internetbrillenhändler Mr. Spex und im Onlinegebrauchthändler Rebuy, alles Berliner Unternehmen, die zuletzt in der Bewertung deutlich gestiegen sind. Nach eigenen Angaben schreibt die German Startups Group seit Gründung schwarze Zahlen. Ende 2013 hatten die Anlagen des Unternehmens nach Zahlen, die beim Bundesanzeiger hinterlegt sind, einen Wert von rund 3,8 Millionen Euro. Die Summe dürfte seither gewachsen sein.

Börsenunternehmen mit acht Mitarbeitern

German Startups beschäftigt zurzeit acht Mitarbeiter und hat in Büros über den Hangars im Flughafen Tempelhof bezogen. Nach einer Aufstellung des US-Analysehauses CB Insights vom September 2014 gehört die Beteligungsgesellschaft zu den größten Investoren in der deutschen Startup-Szene: Platz vier nach dem gemeinsamen Hightech Gründerfonds von Bundeswirtschaftsministerium, Förderbank KfW und 17 deutschen Konzernen, der T-Ventures der Deutschen Telekom und Holtzbrinck Ventures. Die Investitionsbank Berlin IBB kommt auf Rang 6.

Seit vergangener Woche gehört auch die Berliner Digitalagentur Exozet mit ungefähr 100 Beschäftigten zum Unternehmen. Exozet berät Konzerne wie Audi, die Deutsche Telekom und die Ufa bei der Digitalstrategie. Zudem entwickelt und programmiert die Agentur auch Internet- und Smartphoneanwendungen.

Rocket Internet und Zalando an der Börse

So spektakulär wie die Börsengänge des vergangenen Jahres dürfte dieser allerdings nicht sein. Im September und Oktober 2014 waren im Abstand von einer Woche der Internetmodehändler Zalando und der Firmenentwickler Rocket Internet an die Börse gegangen. Zalando ist vor kurzem in den MDax, den Index der mittelgroßen Konzerne, an der Frankfurter Börse aufgestiegen und wird mit 7,6 Milliarden Euro bewertet.

Rocket Internet ist sechs Milliarden Euro wert. Ebenfalls im Herbst 2014 ging TLG Immobilien an die Börse. Das Unternehmen, dem unter anderem die Kulturbrauerei gehört, hat eine Marktkapitalisierung von 900 Millionen Euro.