Start-ups

Das sind die beliebtesten Apps aus Berlin

Erst mit Apps werden Handys zu Smartphones. Ein großer Teil der Berliner Start-up-Szene entwickelt diese mobilen Anwendungen. Das sind die beliebtesten Apps aus Berlin.

Das sind die zwölf größten Apps aus der Hauptstadt:

Diamond Dash (Wooga) - 200 Millionen Nutzer

Mit mehr als 200 Millionen Spielern weltweit dürfte Diamond Dash die meist heruntergeladene App aus Berlin sein. Die Spiel-Idee des 2010 veröffentlichten Klassikers aus dem Hause Wooga ist simpel: Aufgabe ist es, möglichst schnell drei oder mehr Edelsteine in einer Farbe nebeneinander zu platziere. Ein zweiter Mega-Seller von Wooga ist mit 50 Millionen Spielern Jelly Splash: Spieler sammeln Punkte, indem er oder sie möglichst viele nebeneinander liegende Jellies der gleichen Farbe miteinander verbindet (mindestens drei), worauf diese verschwinden und neue an ihre Stelle rutschen. Jeder Spieler hat fünf Leben. Die Leben regenerieren sich durch abwarten oder bezahlen. Mit solchen Erlösen bezahlt Gründer Jens Begemann seine 250 Beschäftigten.

SoundCloud - 175 Millionen Nutzer

Der Streamingdienst für Musik und andere Audiodateien aus Berlin hat bereits 175 Millionen Nutzer weltweit. Das von Alexander Ljung und Eric Wahlforss gegründete Unternehmen sucht sieben Jahre nach seinem Start noch immer nach einem tragfähigen Geschäftsmodell. Größte Herausforderung für SoundCloud sind Copyright-Fragen. Der Künstler solle mit der Nutzung seiner Inhalte auch auf SoundCloud Geld verdienen können. Erste Vereinbarungen dazu gibt es mit Warner Music und einigen kleineren Labels. Unbestätigten Medienberichten zufolge ist die Übernahme von SoundCloud durch den Kurznachrichtendienst Twitter an der Copyright-Frage gescheitert. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge verhandelt SoundCloud derzeit über eine neue Finanzierung in Höhe von 150 Millionen Dollar – Geld das der Dienst vermutlich für Künstlertantiemen braucht.

Babbel - 30 Millionen Nutzer (geschätzt)

Babbel, der Online-Dienst zum Sprachenlernen, bietet mit Russisch nicht nur seine inzwischen 14. Fremdsprache, sondern zum ersten Mal auch eine Sprache mit nicht-lateinischen Zeichen an. Wie viele Menschen weltweit mit den Babbel-Sprach-Apps lernen, kann man nur schätzen. Vor zwei Jahren waren es 15 Millionen. Heute könnten es doppelt so viele sein. Wegen des rauen Konkurrenzkampfs auf dem Markt der Online-Sprachdienste gibt das Berliner Unternehmen seitdem keine absoluten Zahlen mehr an. Stündlich kommen aber 1300 Nutzer dazu, heißt es bei Babbel. Das wären noch mal elf Millionen pro Jahr. Wie auch immer: Das 2007 gegründete und mehrfach ausgezeichnete Babbel hat inzwischen 300 Beschäftigte und arbeitet profitabel – das können nur die wenigsten Start-ups von sich sagen.

Onefootball - 19 Millionen Nutzer

Mit 19 Millionen Nutzern ist Lucas von Cranachs Fußball-App Onefootball (früher iLiga) eines der weltweit führenden Programme für Fans des populären Sportart. Die App bietet Live-Ticker, Nachrichten, Videos und Statistiken aus 100 Fußball-Ligen weltweit – von der Bundesliga, der Premier League und der italienischen Serie A über die brasilianische Liga bis hin zur Regionalliga Nordost. An dem Unternehmen, das mittlerweile 50 Mitarbeiter beschäftigt, sind die beiden Wagniskapitalgeber Earlybird und Union Square beteiligt. Earlybird hatte vor einem Jahr rund zehn Millionen Euro in das Unternehmen gesteckt, Union Square im Herbst weitere fünf Millionen. Das Berliner Start-up erzielt sein größtes Wachstum derzeit im Ausland.

Barcoo15 Millionen Downloads

Das Onlineportal Barcoo bietet Verbrauchern Produktinformationen auf dem Smartphone. Barcoo-Nutzer scannen mit ihrer Handy-Kamera den Barcode von Produkten zum Beispiel im Supermarkt. Die App zeigt jedem Benutzer Online-Preisvergleiche, Testberichte, Öko- und Gesundheitsinformationen für das gewählte Produkt oder unterwegs den nächsten Laden an, in dem es verkauft wird. Verbraucher können so Geld sparen und sich im Dschungel der Biosiegel zurechtfinden. Die neue App Wunderkauf des Unternehmens informiert Verbraucher zusätzlich über Sonderangebote in gewünschten Produktkategorien und Supermärkten. Barcoo wurde 2008 von Tobias Bräuer, Martin Scheerer, Tarik Tokic und Benjamin Thym gegründet und wurde im deutschsprachigen Raum 15 Millionen Mal heruntergeladen.

Cleopatras Pyramide (mehr als 10 Millionen Downloads)

Cleopatras Pyramide ist eine Spiele-App nach dem Vorbild von Solitaire-Kartenspielen. Sie ist mit mehr als zehn Millionen Downloads die erfolgreichste des Berliner Entwicklers und Publishers GameDuell. Die Aufgabe besteht daran, so viele Karten wie möglich in so wenig Zügen wie möglich zu entfernen. Das Spiel bietet 212 Level, die durch den Kauf von „Skarabäen“ freigeschaltet werden. GameDuell wurde von Kai Bolik, Michael Kalkowski und Boris Wasmuth Anfang 2003 in Berlin gegründet, Cleopatras Pyramide ist seit 2011 auf dem Markt. Das Unternehmen hat 70 Spiele in seinem Portfolio und gibt die Zahl der Spieler mit insgesamt 125 Millionen an. An GameDuell sind die Medienunternehmen Burda und Holtzbrinck sowie das Wagniskapitalunternehmen Wellington Partners beteiligt.

EyeEm - 10 Millionen Downloads

Die Internet-Plattform EyeEm will Community und Marktplatz für die neue Generation der Smartphone-Fotografen sein. Mit der aktuellen Version 5.0 der App haben Nutzer die Möglichkeit erhalten, Bilder mit zahlreichen Werkzeugen zu editieren oder sie mit Filtern zu verfremden. Neu ist auch die Funktion Open Edit. Mit ihr lässt sich anzeigen, mit welchen Techniken andere Fotografen ihre EyeEm-Bilder bearbeitet haben. Diese lassen sich dann mit einem Klick auf eigene Fotos anwenden. EyeEm hat von Anbeginn großen Wert auf klare Nutzungs- und Urheberrechte gelegt. Sie bleiben komplett beim Fotografen. Wer seine Bilder über die Partnerschaft mit der Fotodatenbank Getty vermarkten will, muss das selbst initiieren. EyeEm hat weltweit inzwischen zehn Millionen Nutzer. Die App ist in insgesamt 20 Sprachen verfügbar.

Wunderlist - 8 Millionen Nutzer

Wunderlist ist ein Aufgabenplaner für Einzelpersonen und Teams – angefangen vom digitalen Einkaufszettel bis hin zu einer Projektplanung in Unternehmen. Die neueste Softwareversion mit der Nummer drei bietet eine Echtzeit-Synchronisierung von Aufgaben zwischen verschiedenen Plattformen (iPhone, iPad, Mac, Android, Kindle Fire, Chrome OS, Windows und Web). Neu bei Wunderlist ist die soziale Funktion der öffentlichen Listen. In ihnen können Nutzer Informationen über Themen ihrer Wahl teilen – die zehn besten Tipps für eine Europareise oder die Top-Filme des vergangenen Jahres. Öffentliche Listen können in Netzwerke und Blogs exportiert werden. Christian Reber und fünf Freunde (daher der Unternehmensname) haben die Plattform erfunden und im September 2010 auf den Markt gebracht. Das Start-up hat für sein Projekt umgerechnet bislang mehr als 20 Millionen Euro eingesammelt. Die Plattform ist in 32 Sprachen verfügbar.

Delivery Hero - 7,5 Millionen Downloads

Kaum ein Geschäftszweig ist in Berlin so umkämpft wie das Liefern von Essen. Im August 2014 hat Delivery Hero (deutsche Marke: Lieferheld) den Rivalen Pizza.de geschluckt. Im September 2014 haben Investoren dann 350 Millionen Dollar in das Unternehmen gepumpt, das sich anscheinend für einen Börsengang warm läuft. Über Plattformen wie Lieferheld und Pizza.de können Verbraucher Essen in mehreren Tausend Partner-Restaurants ordern. Mittlerweile erfolgt jede zweite Bestellung von einem Smartphone oder Tablet – Tendenz steigend. Die Lieferheld-App hat fünf Millionen Nutzer, Pizza.de 2,5 Millionen. Das Unternehmen ist in 23 Ländern aktiv und beschäftigt mehr als 1000 Menschen. Mehr als 300 arbeiten in der Berliner Unternehmenszentrale an der Mohrenstraße (demnächst an der Tucholskystraße).

MeteoGroup - 4 Millionen Download

MeteoGroup ist einer der führenden Wetterdienste, der weltweit wetterabhängige Unternehmen und Privatkunden mit meteorologischen Informationen versorgt. In Berlin entwickelt das Unternehmen unter anderem seine Wetter-Apps WeatherPro, MeteoEarth und AlertsPro. Die mehrfach ausgezeichnete App WeatherPro (2,99 Euro) ist für alle mobilen Plattformen verfügbar und bietet Wettervorhersagen für weltweit mehr als zwei Millionen Orte - bis zu sieben Tage im Voraus. Die Apps zusammen wurden nach Unternehmensangaben mehr als vier Millionen Mal heruntergeladen. MeteoGroup Deutschland wurde 1998 gegründet und beschäftigt heute in Berlin und Bochum cirka 120 Mitarbeiter. Neben seinen Apps informiert MeteoGroup in den Onlineportalen Wetter24.de und Unwetterzentrale.de. MeteoGroup gehört zu dem Investmentunternehmen General Atlantic.

Zalando - 3,8 Millionen Downloads

Mobiles Einkaufen gewinnt für den Online-Modehändler Zalando dramatisch an Bedeutung. 41 Prozent der Besucher kamen im zweiten Quartal 2014 über mobile Endgeräte in die Onlineshops. In diesem Zeitraum verzeichneten die Apps insgesamt mehr als 3,8 Millionen Downloads – ein Plus von 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit der App können Kunden nicht nur im Warensortiment des Unternehmens stöbern, sondern auch Streetstyles shoppen. Dazu genügt ein Smartphone-Foto vom Kleidungsstück eines Passanten. Ähnliche Stücke werden dann automatisch im Katalog des Unternehmens gesucht. Ferner gibt es die Möglichkeit, Barcodes von Modeartikeln zu scannen (und diese dann bei Zalando zu kaufen).

Taxi.EU - 2,9 Millionen Downloads

Hermann Waldner will die Zukunft des Taxigewerbes nicht Start-ups wie Uber überlassen. Deutschlands größter Auftragsvermittler für Taxifahrer hat im Dezember 2011 die App Taxi.EU auf den Markt gebracht. Sie wird inzwischen von 131 Taxizentralen in 100 europäischen Städten genutzt. Insgesamt können mit der App 62.000 Fahrzeuge erreicht werden – darunter 7100 der 7600 Berliner Taxen. Anders als bei Uber stehen Nutzer von Taxi.EU rechtlich auf der sicheren Seite, anders als bei myTaxi aus Hamburg kann nicht innerhalb der App bargeldlos gezahlt werden. Mit der App lässt sich die Anfahrt des Taxis verfolgen, der ungefähre Preis und die Dauer der Fahrt berechnen. Fahrer können bewertet werden und für Rückfragen gibt es eine Hotline in die jeweilige Taxizentrale.