Das neue Online-Mobilitätsportal Qixxit ermöglicht die Reiseplanung von Tür zu Tür. Bei dem Produkt handelt es sich um eine Initiative der Deutschen Bahn. Die jetzt als Beta-Version für das iPhone und für Android-Smartphones erschienene App vergleicht Zeiten und Kosten für verschiedene Verkehrsmittel: Flüge, Nah- und Fernzüge, Fernbusse, den öffentlichen Verkehr, private und geteilte Autos, Mietwagen und Fahrräder. Auch Fußwege werden angezeigt.

Mathias Hüske, Leiter Onlinevertrieb der Deutschen Bahn, nennt die Reurbanisierung der Städte, die Überalterung der Gesellschaft und ein neues Freizeitverhalten als Trends, auf die die Bahn mit ihrer Online-Kampagne reagiert. Das Auto verliere an Bedeutung. Öffentlicher Verkehr und das Fahrrad würden wichtiger – ebenso das Teilen von Autos und Fahrrädern.

Die App soll eine Art Schweizer Armeemesser für die Reiseplanung sein. Doch die Schwachstelle der App bleiben die Buchungen: Die App zeigt zwar je nach Einstellung die schnellste, billigste oder komfortabelste Verbindung an. Ticket-Buchungen aus der App heraus sind jedoch nicht möglich. Das sei aber als nächster Schritt geplant.

Unkomfortable Weiterleitung an Verkehrsträger

Doch da liegt das Problem im Detail. Erforderlich sind Programmschnittstellen zu den komplizierten Tarifgefügen der verschiedenen Verkehrsträger und Verkehrsdaten in Echtzeit. Sofern vorhanden werden Kunden zur Buchung aus der App heraus auf die zum Teil nicht für Smartphones optimierten Online-Portale der Verkehrsträger weitergeleitet, was nicht sehr komfortabel ist.

Allein um das City-Ticket auf das Handy zu bringen, brauchte die Bahn mehrere Monate für Verhandlungen mit den knapp 80 regionalen Verkehrsverbünden in Deutschland. Für das Programmieren hätten zwei Wochen gereicht, sagte Hüske.

Seit Bahnchef Rüdiger Grube die Digitalisierungsstrategie der Bahn zu Chefsache gemacht hat, schreitet die Entwicklung der Internetangebote schneller voran. So legte die Bahn ihre Ticket App und den DB Navigator zusammen und ergänzte ihn um eine Echtzeit-Verspätungsanzeige. Die zusätzliche eher spielerische Smartphone-App Zugradar zeigt visuell die aktuelle Position der Nah- und Fernzüge an.

Auch Google Maps oder Opodo werden unterstützt

Die Bahn bietet seit 2000 Online-Reiseauskünfte an. 2007 kam ein Umwelt-Check per Internet dazu und 2009 ein Verkehrsträgervergleich. Jetzt geht die Bahn mit dem neutralen Portal Qixxit einen Schritt weiter und unterstützt darüber hinaus Mobilitätsangebote auf externen Plattformen: unter anderem Google Maps, Waymate, GoEuro, LTur oder das Flugsucheportal Opodo mit Daten.

Friederike Aulhorn, die Projektleiterin von Qixxit, beschreibt ihr Projekt als persönlichen hausnummerngenauen Mobilitätsplaner, mit intelligent verknüpften Verkehrsmitteln und Echtzeitkombination. „Verschiedene Verkehrsmittel lassen sich je nach Reiseanlass und Ziel kombinieren. Mit einem Filter lassen sich verschiedene Verkehrsmittel ausblenden“, erläuterte Aulhorn die neue App.

„Uns ist bewusst, dass wir nicht alles auf einmal schaffen können“, begründete Aulhorn die Lücken im Programm. Ticketing aus Qixxit heraus bezeichnete sie als nächsten Schritt. Die App solle „vorerst“ werbefrei bleiben.