Mit Vevo kommt eine der weltweit führenden Musikvideoplattformen nach Berlin. Das Team um die neue Deutschland-Managerin Tina Funk hat ein Büro an der Rosenthaler Straße in Mitte gefunden. Der Start der deutschen Plattform ist für das vierte Quartal 2013 geplant. „Deutschland ist unser 13. Land“, sagt Eric Mackay, der bei Vevo für das internationale Geschäft zuständig ist. Im vergangenen Jahr hätten Nutzer 1,3 Milliarden Vevo-Videos angesehen. An der Plattform sind die die Musik-Label Sony und Universal beteiligt.
Vevo ist in erster Linie ein Dienst, ähnlich wie YouTube, bei dem Nutzer Videos einzelner Interpreten oder Playlisten auswählen können. Wer sich mit seinem Facebook- oder iTunes-Account anmeldet, erhält Musikempfehlungen, die sich an Likes oder der eigenen Bibliothek orientieren. Ferner gibt es ein durchlaufendes Videoprogramm.
Vevo bietet auch Konzertmitschnitte und Eigenproduktionen wie zum Beispiel die Dokumentation des Konzerts von Depeche Mode im Berliner Olympiastadion. In einer anderen Produktion trat der Kult-Rocker Kasabian in einem Fracht-Jumbo auf. Solche Produktionen soll es künftig auch mit deutschen Künstlern geben, die auf der internationalen Plattform keine Chance hätten.
Mobile Plattform steht im Mittelpunkt
Vevo sieht sich vor allem als Plattform, die unterwegs genutzt wird. Die Mobil-Quote beträgt mittlerweile 50 Prozent. So gibt es neben Apps für den Computerbildschirm, die Settopbox AppleTV und die Microsoft-Spielkonsole Xbox auch welche für iPhone, iPad und Android-Geräte.
Der Start in Deutschland wurde möglich, nachdem das US-Unternehmen langwierige Verhandlungen mit dem deutschen Rechteverwalter Gema beendet hatte. „Wir haben zwei Jahre lang verhandelt“, sagt Nic Jones, Vizepräsident des Unternehmens. Dabei sei es weniger um die Zulassung generell als vielmehr um die Höhe der Tantiemen gegangen, die Vevo entrichten muss.
Viele Gründe sprechen für Berlin
Die amerikanischen Vevo-Manager sind von Berlin begeistert. „Die Stadt ist so kreativ, spannend und inspirierend. Sie ist ein Schmelztiegel der verschiedenen Kulturen“, sagt Eric Mackay. Von hier aus will er das Europageschäft ausbauen.
Im Berliner Büro soll die Redaktion und Verkaufsabteilung für den deutschen Markt angesiedelt sein. Nutzer der Plattform sollen dort Gelegenheit haben, Künstler zu treffen.





