Der Software-Konzern Microsoft eröffnet im September sein weltweit erstes „Microsoft Center“ in Berlin. Die Hauptstadt-Repräsentanz des Unternehmens wird vier Etagen eines historischen Gebäudes Unter den Linden beziehen. Dort sind Arbeitsräume für Start-ups, ein Konferenz-Center und ein mit Café mit Showroom auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern vorgesehen. Das Unternehmen wird einen „größeren einstelligen Millionenbetrag“ investieren, wie Christian P. Illek, Chef von Microsoft Deutschland, sagte. 100 Angestellte werden im neuen Center arbeiten. Microsoft Berlin soll die neue Repräsentanz heißen.

„Berlin ist ein perfekter Ort für dieses Projekt“, sagte Illek. In Berlin entstünden Trends und die Stadt laufe der britischen Hauptstadt London gerade den Rang als Europas Start-up-Hub ab. Berlin sei für Microsoft ein Ort des Austauschs. „Auch viele unserer Partnerunternehmen sind hier angesiedelt.“ Das neue Center soll Microsoft für alle Zielgruppen erlebbar machen und ein Ort der Vernetzung und Innovation werden.

Mittelpunkt des Gebäudes wird das Café „Digital Eatery“ werden. Es soll täglich geöffnet sein. Daran grenzt ein Veranstaltungsbereich für 200 Personen an. Außer Speisen und Getränken wird es dort Internetzugang, Ladestationen für Handys und eine Präsentation von Produkten wie Surface-Tablets oder den Spielekonsolen Xbox und Kinect sowie Windows-Smartphones geben.

Arbeitsplätze für 100 Mitarbeiter

Die Etage darüber ist der Public-Affairs-Abteilung vorbehalten. Partner aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben dort Gelegenheit, Vertreter es Unternehmens zu treffen. Im vierten Obergeschoss werden 100 Mitarbeiter aus der Berliner Niederlassung Büros beziehen.

In das 5. und 6. Obergeschoss werden Start-ups einziehen. „Hier wollen wir das neue Gesicht von Microsoft zeigen“, sagte Stephan Jacquemot, Leiter des Start-up-Programms. Microsoft will dort die fünf bis zehn besten jungen Firmen betreuen. Das Unternehmen hat bislang in Deutschland 2000 Start-ups gefördert. Sie erhalten im Rahmen des Bizspark-Programms eine dreijährige Unterstützung, kostenfreie Software und Kontakte zum Expertennetzwerk.

Besonderer Platz braucht besondere Zuwendung

Microsoft hatte im vergangenen Jahr mit der „Dark Side Bakery“ an der Torstraße in Mitte ein Pilotprojekt gestartet. Dabei handelte es sich um ein Loft, in dem Gründer rund um die Uhr arbeiten (und feiern) konnten. Dort hatten Start-ups Gelegenheit, Apps für das Betriebssystem Windows 8 zu entwickeln. Der Erfolg der Bakery habe dazu beigetragen, dass in der neuen Hauptstadtrepräsentanz nun auch so viel Platz für Start-ups vorgesehen sei, sagte Jacquemot.

„Berlin ist ein besonderer Platz, der besondere Zuwendung verdient“, sagte Jacquemot. Bewerben können sich Internet-Start-ups in der Gründungsphase. „Wir haben hier keine eigennützigen Interessen“, sagte Christian P. Illek. Jacquemot kündigte für die nächsten Wochen weitere Neuigkeiten an. Dabei könnte es sich um den Start eines Microsoft-Accelerator-Programms handeln.

Adlon-Architekt entwarf das Gebäude

Das zum Teil denkmalgeschützte Gebäude an der Ecke Charlottenstraße/Unter den Linden wurde 1902 nach Plänen der Architekten des Hotels Adlon, Carl Gause und Robert Leibnitz, errichtet und beherbergte das Carlton-Hotel und das Restaurant Astoria. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es von einem Ministerium als Büro genutzt.

In der Nachbarschaft des Microsoft Centers befinden sich die Repräsentanzen der Internetfirmen Google und Facebook. Apple hatte im Mai einen Flagship-Store am Kurfürstendamm eröffnet.