Papstbesuch

Schwules Priesterpaar sorgt für Ärger

Kurz vor dem Papstbesuch laden zwei schwule, katholische Priester zum Gottesdienst in Berlin-Kreuzberg. Die katholische Kirche hat die Messe verboten. Doch die beiden wollen sich davon nicht abbringen lassen und finden Platz in der evangelischen Sankt-Thomas Gemeinde.

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Zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche in Berlin herrscht einen Tag vor dem Papstbesuch schlechte Stimmung. Das Berliner Erzbistum kritisierte am Mittwoch, dass die evangelische Sankt-Thomas Gemeinde in Berlin-Kreuzberg zwei homosexuellen Priestern, die von ihrem Dienst suspendiert wurden, einen Gottesdienst in ihren Räumen zelebrieren lässt. "Die gewährte Gastfreundschaft der zuständigen evangelischen Gemeinde wird mit Befremden zur Kenntnis genommen“, erklärte das Erzbistum.

Die Pfarrer Norbert Reichers und Christoph Schmidt seien von ihren Bischöfen in Paderborn und Essen suspendiert worden. Dies schließe ausdrücklich das Verbot ein, einen Gottesdienst zu zelebrieren. Insofern sei auch der geplante Gottesdienst in Berlin nicht erlaubt.

Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki hatte den beiden Geistlichen bereits das Vorhaben verboten. Eine Zuwiderhandlung sei ein Angriff auf die Einheit der Kirche. Die Eucharistie könne nicht ohne Gemeinschaft mit dem Papst und dem Bischof gefeiert werden, hatte Woelki erklärt.

Der evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg, Markus Dröge, erklärte, die Verantwortung für den Gottesdienst liege bei der Kreuzberger Gemeinde. Allerdings betonte Dröge, es sei von der Eucharistiefeier am Mittwochabend nicht zu erwarten, dass sie der Ökumene einen weiteren Impuls geben werde.

Reicherts und Schmidt, die als homosexuelles Paar zusammenleben, wurden 1999 von ihren Ämtern suspendiert. Die beiden Geistlichen fühlen sich weiterhin als Mitglieder der katholischen Kirche. Sie stehen auf dem Standpunkt, dass die Priesterweihe für die Ewigkeit gilt und daher die Sakramente, die sie spenden, auch weiterhin gültig seien.