Kilometer um Kilometer quälen sich viele Radprofis in diesen Tagen über den Asphalt. Sie fahren bei der Tour de France mit, dem berühmtesten Radrennen der Welt. Dort einmal dabei sein – davon träumt auch Lorenz Baumgärtner, der das Radrennen gespannt verfolgt. Noch ist er nicht soweit. Aber der 14-Jährige ist schon deutscher Meister von Radsportlern in seinem Alter geworden. Lorenz kommt aus Leutkirch in Baden-Württemberg. Im Interview mit der Reporterin Kristina Puck erzählte er zum Beispiel, was sein Rennrad von einem normalen Rad unterscheidet.

Kinderpost: Wie viel trainierst du?

Lorenz: Das ist eigentlich jede Woche unterschiedlich, aber es sind so acht bis zehn Stunden die Woche. Im Winter trainiere ich auf Langlaufskiern, weil bei uns immer viel Schnee ist. Im Sommer trainiere ich ausschließlich mit dem Rad.

Kinderpost: Wie sieht eine Trainingseinheit auf dem Rad aus?

Lorenz: Man fährt sich warm, so 20 oder 30 Minuten. Dann macht man so eine Stunde oder eineinhalb anspruchsvolleres, härteres, schnelleres Training. Und dann fährt man sich vielleicht noch so eine halbe Stunde, dreiviertel Stunde aus. Insgesamt hat man dann so zwei, drei Stunden.

Kinderpost: Wann trainierst du eigentlich? Vor oder nach der Schule?

Lorenz: Das Training ist so gut wie immer nach der Schule. Das ist eigentlich immer mittags. So vier oder fünf Mal in der Woche.

Kinderpost: Was unterscheidet dein Rennrad von einem normalen Fahrrad?

Lorenz: Es ist leichter als andere Räder, da es aus Carbon ist, die meisten anderen Räder sind ja aus Stahl oder Alu. Es hat 20 Gänge. Bei meinem Rennrad ist außerdem hochwertigeres Material angebracht als bei anderen. Es hat zum Beispiel dünnere Reifen. Es gibt keine Klingel und keine Lampen. Es ist für einen normalen Radfahrer nicht so geeignet.

Kinderpost: Wie viele Räder hast du denn?

Lorenz: Ich habe vier Räder, mit denen ich aktiv fahre: ein Rennrad, ein Querfeldein-Rad, ein Bahn-Rad und ein Mountainbike. Und dann habe ich noch ein normales Schul-Fahrrad.

Kinderpost: Schaust du dir die Tour de France an?

Lorenz: Natürlich schaue ich mir sie im Fernsehen an. Ich drücke Tony Martin die Daumen. Er hatte ja einen schweren Sturz und fährt trotzdem weiter.

Kinderpost: Wenn es um Radsport geht, wird oft über Doping geredet. Also darüber, dass Sportler schummeln, weil sie zum Beispiel Medikamente nehmen, um länger durchzuhalten. Wie findest du das?

Lorenz: Ich finde es nicht gut, dass im Profi-Sport gedopt wird. Ich hoffe, dass es irgendwann einen dopingfreien Profi-Sport gibt.

Kinderpost: Willst du auch mal Profi werden?

Lorenz: Mein Traum ist es, mal bei der Tour de France teilzunehmen. Aber mein nächstes großes Ziel ist Jugend-Olympia 2015.

Kinderpost: Was willst du machen, wenn du es nicht schaffst, Profi zu werden?

Lorenz: Dann möchte ich gern studieren. Aber trotzdem weiter Radsport betreiben.

dpa/gs