Ist der riesig! Wer vor diesem Tier steht, ist schwer beeindruckt. Denn es gehört einem der größten Tiere, die auf der Welt gelebt haben. Es ist der Dinosaurier Brachiosaurus brancai. Aber natürlich lebt er nicht mehr. Dinosaurier sind ja schon vor Millionen von Jahren ausgestorben.

Der Brachiosaurus steht im Museum für Naturkunde in Berlin. Dort haben Forscher ein Skelett des Dinos aufgebaut. Das ist sehr berühmt: Es ist das größte zusammengebaute Dinosaurier-Skelett der Welt. Die Knochen wurden vor mehr als 100 Jahren am Tendaguru-Berg in Ost-Afrika gefunden und dann zusammengesetzt.

„Unser Brachiosaurus ist über 13 Meter hoch. Das ist so hoch wie ein vierstöckiges Haus“, erklärt Daniela Schwarz-Wings. Sie ist Paläontologin, also Dino-Forscherin, und arbeitet im Naturkundemuseum. Dort steht der Brachiosaurus in einer großen Halle mit einer Kuppel aus Glas. Das Skelett ist so groß, dass der Kopf fast an die Decke stößt. So riesige Tiere gibt es heute nicht mehr. Doch warum wurden manche Dinos wie der Brachiosaurus so groß?

Der Dino schluckte Pflanzen, ohne vorher zu kauen

„Das hat mehrere Gründe“, sagt die Dino-Expertin. Einer davon lautet: Die Brachiosaurier waren Vielfraße. „Sie ernährten sich nur von Pflanzen, etwa von Nadelhölzern. Die rupften sie mit den Zähnen ab. Dann schluckten sie die Pflanzen runter, ohne sie vorher zu zerkauen.“ Auf diese Weise konnten die Saurier in kurzer Zeit viel Nahrung – also Energie – zu sich nehmen. Sie mussten ja keine Zeit mit Kauen verschwenden. Der Körper verbrannte die Energie dann sehr schnell. So konnten die Tiere schneller wachsen.

Ein weiterer Grund für die extreme Größe: „Die Tiere hatten besondere Lungen zum Atmen“, erklärt Daniela Schwarz-Wings. Die brauchten sie, um überleben zu können. Denn der Hals der Tiere war wahnsinnig lang: Er maß etwa neun Meter! Das ist fast so lang wie ein Schulbus. „Mit einem Atemzug den ganzen Sauerstoff auszutauschen wäre mit normalen Lungen schwer.“

Der Trick mit den Luftsäcken

Der Brachiosaurus hatte aber einen Trick. Seine Lunge hing oben an der Wirbelsäule, im vorderen Teil des Rumpfes. Um die Lunge herum gab es viele Luftsäcke. In die Luftsäcke lagerten die Tiere die eingeatmete Luft zwischen. „Sie funktionierten wie ein Blasebalg und versorgten die Lunge ununterbrochen mit Sauerstoff“, sagt die Dino-Expertin.

Die Luftsäcke wucherten bis in die Wirbelknochen von Hals und Rumpf hinein. „Wenn man die Wirbelknochen des Brachiosaurus aufschneidet, dann kann man das gut sehen. Die Knochen sehen so löchrig aus wie ein Schweizer Käse“, sagt Daniele Schwarz-Wings. „Die Luft machte die Knochen viel leichter.“ Das war auch wichtig für den langen Hals. Mit normalen Knochen wäre der wohl viel zu schwer gewesen. „Dann hätten die Tiere es wahrscheinlich gar nicht geschafft, den Hals richtig hochzuheben“, sagt die Berliner Paläontologin.

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dpa/gs