Tipps zum Sturmtief

"Axel" zieht über Berlin - Was man bei Sturm beachten sollte

"Axel" hat Berlin erreicht. Wie man Balkon, Fenster und Auto sichert, um Schäden und Gefahren zu vermeiden.

Am Nachmittag zieht Sturmtief "Axel" über die Hauptstadt hinweg. Die Menschen in Berlin und Brandenburg können sich gegen solche Stürme wappnen. Was Feuerwehr und Behörden im Fall von Stürmen raten.

Möglichst in Gebäuden aufhalten

Das Bundesinnenministerium rät bei Unwetterlagen eindringlich dazu, sich möglichst in Gebäuden aufzuhalten. Wer dennoch draußen unterwegs ist, sollte Bäume und Masten meiden. Doch auch von Gebäuden könne Gefahr ausgehen, wenn man sich ihnen nähert. " Bevor Sie in die Nähe eines Hauses kommen, kann ein Blick nach oben lebenswichtig sein", heißt es. "Denn häufig lösen sich Dachziegel und werden auf den Boden geschleudert. Meiden Sie ebenfalls die Nähe von Baugerüsten und baufälligen Häusern, von denen sich Gerüst- und Fassadenteile lösen könnten."

Fenster sichern

Bereits vor einem Sturm lässt sich einiges zum eigenen Schutz und dem Anderer unternehmen: "Sichern Sie außenstehende Mülltonnen und schließen Sie Gartenmöbel weg. Bringen Sie auch Blumentöpfe und andere bewegliche Gegenstände auf Balkonen und Dachterrassen in Sicherheit und parken Sie Ihren Wagen in der Garage oder mit großem Abstand von Häusern sowie Bäumen." Je höher die gefährlichen Objekte, desto länger sollte der Abstand sein, heißt es vom Bundesinnenministerium.


Im Inneren eines Gebäude solle man Fenster und Türen schließen. Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin ruft dazu auf, alle losen Gegenstände im Garten wie Stühle und Töpfe ins Haus zu holen oder sicher zu befestigen.

Durchzug tunlichst vermeiden

Hausbesitzer sollten das Sturmtief ernst nehmen und ihr Haus darauf vorbereiten. Alle Fenster sind zu schließen – auch jene, die im Keller oder Dachboden immer gekippt sind. "Hier kann ein Durchzug entstehen, der Schaden im Haus anrichtet", sagt Reinhold-Postina. Scheiben könnten zu Bruch gehen. Da mit dem Sturm ein Temperatursturz erwartet wird, können bei offenen Fenstern im Keller die Leitungen einfrieren. Eine Ausnahme gibt es: Wird die Luftzufuhr zum Kachelofen oder Kamin über Fenster im Keller gewährleistet, müssen diese offen bleiben. Der Schornsteinfeger wisse das, so die Expertin.

Die Rollläden sollte man ganz runter- oder ganz auflassen. Denn der Wind dringt zwischen nur halb geschlossene Läden und das Fenster. Er drückt den Rollladen dann aus der Führung. "Auch Klappläden festmachen", empfiehlt Reinhold-Postina.

Hausbesitzer sollten außerdem kontrollieren, ob die Dachrinnen und Fallrohre frei sind. Denn verstopft Laub die Rinnen, sucht sich Regenwasser andere Wege, so der VPB. Dabei kann es Schäden an der Fassade oder am Dach verursachen.

Das Innenministerium rät zudem dazu, "Haus-, Garagen-, Hallen- oder Scheunendach nach losen Ziegeln und offenen Dachflächenfenstern, abzusuchen, die Angriffspunkte für den Sturm bieten und Dächer massiv schädigen bzw. abheben können."

Am besten bleibt man zu Hause

Bei Orkantiefs der vergangenen Jahre rief auch die Feuerwehr zur Vorsicht auf. So rät der Deutsche Feuerwehrverband bei Unwettern, Gegenstände auf Balkonen und Terrassen zu sichern und am besten in die Wohnung zu holen. Blumentöpfe und -kästen, die vom Balkon geweht werden, würden eine unnötige Unfallgefahr darstellen. Auch das Auto sollte man vorausschauend abstellen. Hausbesitzer sollten ihr Gebäude sichern. Schwachstellen können lose Ziegel, Schornsteine oder Dachrinnen sein.

Für den Zeitraum während des Sturmtiefs raten die Feuerwehren, das Haus möglichst gar nicht zu verlassen. Alleen und Wälder solle man meiden - nicht nur während, sondern auch nach dem Orkan. Instabile Bäume und herabfallende Äste könnten auch später noch eine Gefahr für Spaziergänger darstellen.

Bäume und Wälder meiden - auch nach dem Sturm

Die Berliner Forsten warten bei Unwetter der vergangenen Jahren vor einem Waldspaziergang. "Es sollte bei der Sturmwarnung jedem klar sein, dass man den Wald unbedingt meiden sollte", sagte Marc Franusch, Pressesprecher Berliner Forsten. "Das gilt in der akuten Zeit der Sturmwarnung, aber auch noch in den Tagen danach."

Nach Angaben des Sprechers kann es bis zu eine Woche dauern, bis alle Sturmschäden in den Berliner Wäldern aufgenommen und auch beseitigt wurden. "Wer in den kommenden Tagen in den Wald geht, muss sehr vorsichtig sein und auf jeden Fall Augen und Ohren offen halten", sagt Franusch. Er empfiehlt auf das Musikhören mit Kopfhörern und Ohrstöpseln zu verzichten. Man nehme sonst verdächtige Geräusche nicht wahr. "Manchmal reicht schon ein laues Lüftchen, um angebrochene Teile der Baumkrone komplett abstürzen zu lassen", sagt er.

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