Olympiastadion

Erste türkische Präsidentenwahl in Berlin beendet

Erstmals wurde eine türkische Wahl auch in Deutschland ausgetragen. Vier Tage lang durften in Berlin 140.000 Türken im Olympiastadion ihre Stimme abgeben.

Das türkische Wahllokal im Berliner Olympiastadion hat am Sonntagabend nach vier Tagen geschlossen. Seit Donnerstag hatten jeweils von 8.00 bis 17.00 Uhr rund 140 000 wahlberechtigte türkische Staatsbürger die Möglichkeit, dort ihre Stimme für einen neuen Präsidenten in ihrem Herkunftsland abzugeben. Dafür hatte das türkische Generalkonsulat Berlin 51 VIP-Logen in der Heimstätte des Fußballvereins Hertha BSC angemietet. Eine riesige türkische Flagge und mehrere kleine hingen am Stadion.

Außer in Berlin gab es auch in Hannover, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, München und Karlsruhe Wahllokale für die rund 1,4 Millionen wahlberechtigten türkischen Staatsbürger, die in Deutschland leben. Es war das erste Mal, dass Auslandstürken an einer Wahl in der Türkei teilnehmen konnten, ohne dorthin reisen zu müssen.

Am Sonntagmittag protestierten drei Männer mit Plakaten vor dem Stadion gegen die Regierungspartei AKP des Ministerpräsidenten und Präsidentschaftskandidaten Recep Tayyip Erdogan. Zwischenfälle gab es laut Berliner Polizei während der viertägigen Wahl nicht. Für den Innenraum des Stadions hatte das Konsulat eine private Sicherheitsfirma engagiert.

Für Ärger sorgte der Umstand, dass die Türkei während der Stimmabgabe Journalisten den Zugang zu den Wahllokalen verweigerte. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und der Journalistenverband dju werteten das als Eingriff in die Pressefreiheit.