10 Tipps

Lange Nacht der Museen - Was Sie nicht verpassen sollten

Weltberühmte Sammlungen, Berliner Originale, unbekannte Kulturen: Bei der Langen Nacht der Museen öffnen an diesem 80 Häuser und Institutionen bis zwei Uhr nachts ihre Türen. Eine Auswahl.

Foto: Pergamonmuseum, Amin Akhtar, Jörg Metzner, Wilhelm-Förster-Sternwarte / Pergamonmuseum

1. Mitte: Noch einmal zum Pergamonaltar

Die Zeitreise auf der Museumsinsel führt in 6000 Jahre Kulturgeschichte, von der Frühzeit Ägyptens bis zum europäischen 19. Jahrhundert. Unter den herausragenden Objekten des Hauses ist der Pergamonaltar mit dem Gigantenfries, der Ende des 19. Jahrhunderts bei deutschen Ausgrabungen entdeckt wurde. Ab Herbst ist das wertvolle Stück wegen Sanierungen im Museum nicht mehr zu sehen sein.

Pergamonmuseum Bodestr. 1–3, Mitte, Tram M1, 12 Am Kupfergraben, Bus 100, 200 Lustgarten

2. Tiergarten: Porzellan-Malen für Kinder

Die Ausstellung „KPM Welt“ ist Teil der Königlichen Porzellan-Manufaktur, des ältesten noch existierenden Handwerksbetriebs in Berlin. Sehenswert sind nicht nur die alten Manufakturgebäude und der Ringkammerofen von 1871, der heute eine Ausstellung über die Geschichte der Porzellanherstellung beherbergt. Auch die Beispiele aus 250 Jahren KPM-Produktion sind beeindruckend. Kinder können sich im Porzellan-Malen üben.

KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Wegelystr. 1, Tiergarten, S5, 7 Tiergarten

3. Charlottenburg: Zitronenlimo nach 100 Jahre altem Rezept

Was hatte Berlin kulinarisch im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu bietet? Dieser Frage geht das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf, das seit 2012 in der Villa Oppenheim residiert, nach. Es wird in privaten Kochbüchern und Rezepten aus Notzeiten geblättert und über schwarze Küchen berichtet. Im Museumscafé gibt es zur EerfriscungZitronenlimonade von 1912.

Museum Charlottenburg-Wilmersdorf Schloßstr. 55, Charlottenburg, U2 Sophie-Charlotte-Platz, U7 Richard-Wagner-Platz

4. Mitte: Wo einst Pferdeanatomie gelehrt wurde

Das wunderschön restaurierte, älteste Lehrgebäude Berlins ist zum ersten Mal bei der Langen Nacht dabei. Den kleinen Tempel auf dem Gelände der Charité errichtete Carl Gotthard Langhans um 1800. D er Bau ist nun wieder zugänglich. Im kreisrunden Hörsaal des Tieranatomischen Theaters studierten angehende Veterinärmediziner einst die Anatomie von Pferden. In einer Sonderausstellung und in Führungen geht es um die Wahrnehmung von und den Umgang mit Tieren.

Tieranatomisches Theater der Humboldt-Universität Campus Nord Philippstr. 12/13, Haus 3, Mitte, U6 Oranienburger Tor, Bus 142 Philippstraße

5. Zehlendorf: Werke von Ernst Ludwig Kirchner

Das weltweit einzige Spezialmuseum für die 1905 in Dresden gegründete Künstlergruppe „Brücke“ verfügt über einzigartige Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Druckgraphiken vieler bedeutender Avantgardisten wie Karl Schmidt-Rottluff oder Emil Nolde. Derzeit sind Holzschnitte, Radierungen und Farblithografien von Ernst Ludwig Kirchner zu sehen. Zu jeder vollen Stunde werden außergewöhnliche Blätter vorgestellt.

Brücke Museum Bussardsteig 9, Zehlendorf, Bus 115 Pücklerstraße

6. Lichtenberg Beratungen zu den preußischen Reformen

Schon von weitem zeigt sich der auffällige Schriftzug „Raum für Freiraum“ auf dem Giebel des Hauses inmitten der gründerzeitlichen Victoriastadt. Das aufwendig restaurierte und umgebaute alte Gebäude ist seit 2006 Museumssitz, der die lange und interessante Historie Lichtenbergs vorstellt . In der Museumsnacht gibt es dazu Führungen. Carl August von Hardenberg und Friedrich Scharnweber bewirtschafteten ab 1805 gemeinsam das Gut Lichtenberg. 1810 wurde dort in geheimen Sitzungen über die preußischen Reformen beraten.

Museum Lichtenberg im Stadthaus Türrschmidtstr. 24, Lichtenberg, S5 Nöldnerplatz

7. Friedrichshain: Turnier beim virtuellen Waldspaziergang

Das Museum bietet Europas größte Sammlung von Computerspielen, Konsolen und Zeitschriften zum Thema. Zu sehen sind Meilensteine wie die erste Heimvideospiel-Konsole „Odyssey“ von 1972 oder der erste Spielecomputer Commodore C 64. Neueste Erwerbung ist das Videospiel „Gaudy Woods“, mit dem man einen virtuellen Waldspaziergang unternehmen kann. Von 18 bis 22 Uhr findet ein Turnier an diesem Ganzkörpersteuergerät statt.

Computerspielemuseum Karl-Marx-Allee 93a, Friedrichshain, U5 Weberwiese

8. Kreuzberg: Reise durch die deutsch-jüdische Geschichte

Der Museumsbau von Daniel Libeskind hat mit der einmaligen Beziehung zwischen Museumsinhalt und Architektur neue Maßstäbe gesetzt. Die historische Dauerausstellung lädt zu einer Entdeckungsreise durch zwei Jahrtausende deutsch-jüdischer Geschichte. In der Sonderausstellung sind reich illustrierte jüdische Handschriften des 18. Jahrhunderts zu sehen. Führungen stellen jüdische Esskultur vor.

Jüdisches Museum Lindenstr. 9–14, Kreuzberg, U Kochstraße/Checkpoint Charlie

9. Schöneberg: Sterne, Kometen und Sternschnuppen gucken

Das Planetarium und die Sternwarte auf dem künstlich aufgeschütteten „Insulaner“ sind nach dem Astronomen Wilhelm Foerster benannt. Durch die großen Fernrohre der Sternwarte sind die Krater und Gebirge des Erdmondes, die Planeten, die Sonne und ihre Flecken und eine große Zahl von Sternen, Nebeln und Galaxien zu erkennen. Im Planetarium können mehr als 4000 Sterne, Kometen und Sternschnuppen an den künstlichen Himmel der 20-Meter-Kuppel projiziert werden.

Planetarium am Insulaner und Wilhelm-Foerster-Sternwarte, Munsterdamm 90, Schöneberg, S 2, 25 Priesterweg, Bus 187 Planetarium, Bus M76, 170, 387 Insulaner

10. Prenzlauer Berg: Mit Aschenputtel Linsen verlesen

1In der Museumsnacht wird das eigens für Kinder in der mehr als 100-jährigen Eliaskirche erbaute Museum zum Märchenwald: Aschenputtel sucht Helfer beim Lesen der Linsen, auf Dornröschens Dachboden kann Wolle gewebt werden. Fragt sich, wer im Bett von Rotkäppchens Großmutter liegt. Kinder können sich Märchen vorlesen lassen oder Zauberstäbe schnitzen.

MACHmit! Museum für Kinder Senefelder Str. 5/6, Prenzlauer Berg, Tram M2 Prenzlauer Allee/Danziger Straße ,Tram M10 Husemannstraße