Die Treppen zum Eingang sind bemoost, aus den Fugen sprießen Grashalme. Vor fast 25 Jahren musste das komplett heruntergewirtschaftete Stadtbad Lichtenberg schließen. Mehrere Versuche des Liegenschaftsfonds, das Bad an einen Investor abzugeben, führten nicht zum Erfolg.

Doch jetzt hat die „Projektgenossenschaft Stadtbad Lichtenberg“ ihre Pläne konkretisiert und erstmals vorgestellt. Mit dem Konzept will sich die Genossenschaft an einem erneuten Verfahren des Liegenschaftsfonds beteiligen. In diesem Wettbewerb bekommt derjenige den Zuschlag, der mit seinen Ideen für die Wiederbelebung des fast 100 Jahre alten expressionistischen Gebäudes an der Hubertusstraße überzeugen kann. „Der Liegenschaftsfonds plant den Start des Konzeptverfahrens voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres“, bestätigt Sprecherin Irina Dähne.

Für die Projektgenossenschaft steht fest: Das Stadtbad muss wieder den Schwimmern zur Verfügung stehen. Das ist nicht nur der Wunsch der Bezirksverordneten. „Die Hälfte der Lichtenberger hat in dem Bad schwimmen gelernt“, sagt Christina Emmrich (Linke), Bevollmächtigte der Genossenschaft. Sie hätten einen engen Bezug zum Bad und wollten es erhalten. Dass das möglich ist, bestätigt Vorstandsmitglied und Bausachverständiger Michael Metze. „Das Bad ist sanierungsfähig und wirtschaftlich zu betreiben.“ Schwimmbad, Wellness, Fitness und Gesundheit – das sind Eckpfeiler des Konzepts. Vor allem solle es eine enge Verzahnung mit dem benachbarten Sana-Klinikum geben, sagt Mitinitiator Jürgen Hofmann. Mit 25 bis 30 Millionen Euro für Kauf und Sanierung wird kalkuliert.

Probleme könnte es wegen eines Gutachtens des Liegenschaftsfonds geben. Dieses kommt zu dem Schluss, „dass die Reaktivierung als Bad dem Denkmalschutz den größten Schaden zufügen würde“, zitiert Christina Emmrich. Verstehen könne sie es nicht, dass Wasser einem Schwimmbadzweckbau schaden soll. „Der in Auftrag gegebene Denkmalpflege- und Entwicklungsplan trägt empfehlenden Charakter“, so Dähne.

kla