Die Flüchtlinge vor der Berliner Gedächtniskirche haben in der Nacht zum Dienstag ihre Mahnwache am Breitscheidplatz fortgesetzt. Am Morgen waren es etwa acht Flüchtlinge sowie zwei Unterstützer, die sich dort aufhielten, wie die Polizei mitteilte. Die aus Afrika stammende Gruppe hatte angekündigt, ihre von der Polizei genehmigte Mahnwache so lange fortzusetzen, bis ihre Forderung nach Bleiberecht in Deutschland erfüllt ist.
Die Kirchengemeinde hatte zwar aus rechtlichen Gründen den Flüchtlingen Kirchenasyl verweigert, bemüht sich aber um eine Vermittlung. Die ursprünglich elf Flüchtlinge waren am 3. Mai am Alexanderplatz in den Hungerstreik getreten, hatten diesen am Wochenende aber gestoppt und waren zu der Kirche in der Nähe des Kurfürstendamms gezogen.
Dort dürfen die afrikanischen Flüchtlingen bis Donnerstag bleiben, wie die Gemeinde am Dienstag mitteilte. Die Erlaubnis sei befristet, weil am Freitag und Sonnabend Tausende Fußballfans auf dem Breitscheidplatz erwartet würden, berichtete Pfarrer Martin Germer. In Gesprächen mit dem Bezirk und gegebenenfalls mit anderen Stellen solle versucht werden, für die Gruppe eine Unterkunft zu finden.
Nach Ansicht von Berlins Integrationsbeauftragten Monika Lüke sollen die aus Sachsen-Anhalt kommenden Flüchtlinge wieder dorthin zurückkehren. Derzeit werde versucht, die Verfahren dort zu begleiten, sagte Lüke am Morgen im RBB-Inforadio.
Die Männer waren am Sonntagnachmittag vom Alexanderplatz in kleinen Gruppen zur Kirche gekommen. „Wir mussten aufpassen, dass uns die Polizei dabei nicht sieht“, sagte einer der Unterstützer. Denn einige der Flüchtlinge seien akut von einer Abschiebung bedroht. Die Polizei erklärte jedoch, sie habe die Räumung zwar beobachtet, die Flüchtlinge könnten sich frei in der Stadt bewegen.
dpa/ap/jkw





