Jahrestag

65 Jahre Luftbrücke - Berlin würdigt Einsatz für Freiheit

Hunderte westalliierte Piloten haben Millionen Berliner 14 Monate aus der Luft versorgt. Zum 65. Jahrestag der Luftbrücke dankte Regierungschef Wowereit den Veteranen für diesen Akt der Solidarität.

Ohne das schnelle und entschlossene Eingreifen der Westalliierten hätte das freie Berlin nach den Worten des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) die sowjetische Blockade nicht überlebt. Zum 65. Jahrestag des Endes der Blockade würdigte Wowereit den Mut und die Solidarität der Westalliierten bei der Berliner Luftbrücke. Ihr Einsatz sei die „Verheißung für eine bessere Zukunft“ und die „Geburtsstunde einer einzigartigen Freundschaft zwischen Berlin und der westlichen Welt“ gewesen.

Vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 hatten die Sowjets West-Berlin auf allen Verkehrswegen abgeriegelt. Von Juni 1948 bis August 1949 versorgten die Westalliierten Berlin auf rund 280.000 Flügen mit allem Lebensnotwendigen aus der Luft.

„Mit der Luftbrücke haben die Westalliierten in einer dramatischen Lage ein friedliches Zeichen gegen Diktatur und Unterdrückung gesetzt“, sagte Wowereit vor mehreren hundert Gästen. Die Erfahrung der Luftbrücke habe viel dazu beigetragen, „dass die Menschen in Ost und West den Traum von Freiheit, Einheit und Selbstbestimmung nie aufgegeben haben“.

Am Luftbrückendenkmal in Tempelhof legte Wowereit einen Kranz zum Gedenken an die 78 Opfer – meist Piloten – nieder. An der Gedenkfeier nahmen auch zahlreiche Veteranen der Luftbrücke aus den USA und Großbritannien teil. Schüler der John F. Kennedy-Schule und der Gail S. Halvorsen Schule dankten den Veteranen auf Transparenten für ihre damaligen Einsätze. Der berühmte Namensgeber – US-Pilot Gail Halvorsen, der als „Candy Bomber“ während der Luftbrücke bekannt wurde, weil er an kleinen Fallschirmen Schokoladenrosinen für die Berliner Kinder abwarf – fehlte erstmals. Der 93-Jährige musste wegen einer Erkrankung absagen.

US-Botschafter laden in die amerikanische Botschaft

Um den 65. Jahrestag dieses historischen Datums zu feiern, hatten auch US-Botschafter John B. Emerson und seine Frau Kimberly am Montagnachmittag in die amerikanische Botschaft geladen.

Dazu wurden am Pariser Platz Veteranen der US-Army erwartet, die an der Luftbrücke beteiligt waren. Parallel dazu würdigte auch die britische Botschaft an der Wilhelmstraße mit einem Empfang 35 britische Veteranen der Berliner Luftbrücke und ihre Familien, um an deren Leistungen zu erinnern und dem Ende der Berlin-Blockade zu gedenken.

Unter ihnen Colin Cottle von der British Berlin Airlift Association. „Die Luftbrücke hat nur drei Jahre nach dem Krieg dabei geholfen, dauerhafte Freundschaft zwischen Briten und Deutschen herzustellen – etwas, das sonst möglicherweise viele Jahrzehnte gedauert hätte“, so Cottle. „Es ist eine Ehre, die Veteranen in der Botschaft zu empfangen“, sagte der stellvertretende britische Botschafter Simon Gallagher.