Die Wasserversorgung in Berlin wird noch einmal günstiger. Nach den Trinkwasserpreisen senken die Berliner Wasserbetriebe ab Januar 2015 auch den Schmutzwassertarif. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, sollen beide Preise dann bis 2018 nahezu stabil bleiben – es ist allerdings ein Inflationsausgleich vorgesehen. Den Streit mit dem Bundeskartellamt legten die Wasserbetriebe mit einem Vergleich bei.

Die Wettbewerbshüter hatten festgestellt, dass die Trinkwasser-Preise in Berlin zu hoch waren. Gegen die verfügte Preissenkung hatte sich das landeseigene Unternehmen gewehrt. Das Verfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verursachte Kosten in Höhe von 3,7 Millionen Euro.

Nun einigten sich Wasserbetriebe und die Behörde nach Angaben des Kartellamts darauf, dass die angeordnete Preissenkung bis 2018 verlängert wird. Im Gegenzug verzichtet das Kartellamt darauf, eine Rückerstattung zu viel bezahlter Wasserpreise für die Jahre 2009 bis 2011 anzuordnen.

Investitionen in Kläranlagen und Kanalisation

Die Wasserbetriebe hatten die Trinkwasserpreise nach Rückzahlungen für die Jahre 2012 und 2013 zum 1. Januar um 15 Prozent gesenkt. Im kommenden Jahr soll nun auch der Schmutzwasserpreis um 6,1 Prozent günstiger werden. Danach sollen beide Tarife maximal um 1,1 Prozent jährlich angepasst werden, um die Inflation auszugleichen.

„Wir werden bis 2018 verlässlich sein bei den Preisen, verlässlich sein bei der Qualität, bei Investitionen und Arbeitsbedingungen“, sagte Aufsichtsratschef und Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos). Nach Angaben von Vorstandschef Jörg Simon sparen die Berliner durch die Anpassung der Preise pro Person und Jahr im Schnitt 18 Euro.

In den kommenden Jahren wollen die Wasserbetriebe vor allem in Kläranlagen und Kanalisation investieren. In die Klärwerke sollen bis 2022 rund 450 Millionen Euro fließen, das Kanalnetz werde für 1,6 Milliarden Euro saniert. Möglich machten das Kostensenkungen im Unternehmen, ein Ergebnisverzicht des Landes in Höhe von 440 Millionen Euro bis 2018 und die Rückübernahme eines Fonds im Abwasserbereich, sagte Simon. Die derzeit 4200 Vollzeit-Stellen sollen bis 2018 auf etwa 3800 verringert werden.

dpa/jkw