Wie die Berliner Polizei am Dienstag mitteilte, haben Kinder in Charlottenburg bereits am Freitag einen gefährlichen Gegenstand auf einem Spielplatz gefunden – einen Gegenstand, der aus der Requisite eines James-Bond-Films stammen könnte.
Am Freitagnachmittag hätten die Kinder beim Spielen einen „zur Schussabgabe geeigneten Kugelschreiber“ gefunden, hieß es. Aufgefallen war dieser den Kindern offenbar, weil laut einem Polizeisprecher auch Munition auf dem Spielplatz lag. Ausgelöst haben die Kinder den Angaben zufolge den schießenden Kugelschreiber nicht.
Verbotene, selbst gebaute Waffe
Nachdem die Kinder den Kugelschreiber inspiziert hatten, schenkten sie ihm offenbar keine Beachtung mehr und erzählten zunächst auch keinem Erwachsenen von ihrem Fund. Eines der Kinder habe seinem Vater erst am Sonntagabend davon erzählt. Daraufhin suchte er mit seinem Kind am nächsten Morgen den Spielplatz ab, fand den Kugelschreiber wieder und brachte ihn zum Polizeiabschnitt 25 in der Bismarckstraße.
Polizisten haben daraufhin den Spielplatz erneut abgesucht – jedoch ohne weitere außergewöhnliche Fundstücke, wie am Dienstag gemeldet wurde. Die Ermittlungen zur Herkunft und zum Zweck des Stifts hat die Kriminalpolizei übernommen. Offenbar handele es sich bei dem Schießkugelschreiber um eine selbst gebaute Waffe, berichtet der Polizeisprecher weiter.
Als Schusswaffe konstruierte Kugelschreiber sind nach dem Waffengesetz verbotene Gegenstände und nicht einmal für Waffenscheininhaber erlaubt. Solche Schusswaffen, die als harmlose Gegenstände getarnt sind, tauchen dennoch immer wieder bei Razzien und Festnahmen auf – sogar als Schusswaffen umgebaute Spazierstöcke gibt es.
Nicht der erste gefährliche Fund
Dies war nicht der erste gefährliche Fund: Mitte März hatten Kinder in Berlin zuletzt gefährliche Gegenstände ausgegraben. Auf einem Kita-Spielplatz am Görlitzer Park in Kreuzberg entdeckten sie vier kleine, verpackte Kugeln voller harter Drogen. Als die Polizei schließlich das Gelände absuchte, fand sie unter anderem 89 Tütchen Marihuana, zwei Tütchen Kokain sowie eine kleinere Menge Crystal Meth.
Der Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes hatte daraufhin an die Berliner Bezirksämter und die Polizei appelliert, Kinderspielplätze so oft wie möglich zu kontrollieren und Infotafeln aufzustellen, die in mehreren Sprachen Eltern vor möglichen Gefahren auf den Spielplätzen warnen sollen.
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