Die NPD wird am 1. Mai nicht durch Berlin-Neukölln ziehen. Die Anmeldung bei der Versammlungsbehörde sei am Montagmorgen zurückgezogen worden, sagte eine Polizeisprecherin der Berliner Morgenpost.
Das ursprüngliche Vorhaben der Rechten hatte zahlreiche Aufrufe linker Gruppen zur Verhinderung der geplanten Demonstration „mit allen Mitteln“ zur Folge. Auch die ursprünglich von der NPD geplante Route hatte nach Polizeiangaben „wenig Chancen“ auf eine Genehmigung. Unter anderem wollten die Rechten an der neuen Flüchtlingsunterkunft an der Späthstraße in Britz vorbeiziehen.
Sowohl Behördenvertreter wie auch Angehörige linker Gruppen hatten den angekündigten rechten Aufzug übereinstimmend als Versuch einer reinen Provokation bezeichnet.
Experten in diversen Sicherheitsbehörden vermuten inzwischen, dass die NPD und ihre nahestehende Organisationen auf einen Teil der insgesamt sieben angekündigten Veranstaltungen in mehreren deutschen Städten verzichten könnten, um sich auf eine zu konzentrieren und dort möglichst viele Sympathisanten auf die Straße zu bekommen. Ein Verfassungsschützer sagte am Montag, die NPD wie auch andere rechte Gruppen hätten damit begonnen, intensiv für eine in Rostock geplante rechte Demonstration zu mobilisieren.
Die etwa 100 Rechten konnten gerade einmal 200 Meter marschieren, dann war ihnen der weitere Weg durch Blockaden in sämtlichen umliegenden Straßen versperrt. Bei dem Einsatz hatte es 17 verletzte Polizisten und 20 Festnahmen gegeben.
Dazu äußerte sich die neue Berliner Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Kerstin Philipp so:
Die Polizei hatte bereits im Vorfeld der Demonstration am Sonnabend angekündigt, der NPD den Weg nicht um jeden Preis frei zu räumen. Nach dem Aufzug sagte ein Polizeisprecher, es wäre unverhältnismäßig gewesen, gegen mehrere Tausend Blockierer vorzugehen, damit 100 Demonstranten ihre geplante Route nehmen könnten.
Die NPD-Demo durch Neukölln wäre am 1. Mai auf ähnlichen Wiederstand linker Gruppen gestoßen, auch dort hätte die Polizei mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Räumung der Blockaden verzichtet.



