Der aus Berlin stammende Islamist Denis Cuspert alias Abu Tahla al-Almani („Der Deutsche“) soll angeblich bei einem Selbstmordanschlag in Syrien ums Leben gekommen sein. Ein arabischer Fernsehsender berichtete am Dienstag, der Anschlag im Osten des Landes sei am Ostersonntag im Zusammenhang mit zunehmenden Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden islamistischen Terrorgruppen verübt worden. Später hieß es jedoch, es habe sich möglicherweise nur um eine Verwechslung gehandelt. Die Nachricht vom Tod des in Neukölln geborenen und aufgewachsenen Cuspert, der sich als Rapper Deso Dogg nannte, war auch von mehreren islamistischen Internetplattformen verbreitet worden, deutsche Sicherheitsbehörden konnten sie zunächst nicht bestätigen.
Bevor sich der heute 38-Jährige 2010 radikalen Islamisten anschloss, genoss er als Gangster-Rapper Deso Dogg vor allem in Berlin ähnliche Popularität wie sein Rapper-Kollege Bushido. Angesichts dieser Bekanntheit befürchten die Sicherheitsbehörden einen negativen Einfluss von Denis Cuspert auf in Deutschland lebende junge Muslime, die der 38-Jährige seit Jahren per Video zur Teilnahme am „Heiligen Krieg“ auffordert.
Wegen seiner Aufrufe zum bewaffneten Kampf gilt Cuspert als gefährlich und wird seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelte gegen ihn wegen Volksverhetzung, das Amtsgericht Bonn hat einen Haftbefehl gegen ihn erwirkt. Cuspert setzte sich 2013 nach einer bundesweiten Razzia gegen islamistische Extremisten nach Ägypten ab und reiste von dort über die Türkei nach Syrien ein, wo er sich einer besonders radikalen Gruppe anschloss. Anfang September 2013 wurde er angeblich verwundet. Zuletzt hat er mehrfach in Videos mit Anschlägen in Deutschland gedroht.
Beim Auswärtigen Amt sowie beim Bundesamt für Verfassungsschutz hieß es am Dienstag, man prüfe die Berichte über den Tod Cusperts, habe bislang aber noch keine Bestätigung. „Entsprechende arabische Internetforen werden von unseren Experten ausgewertet, ansonsten ist es durch die Lage in Syrien derzeit ausgesprochen schwierig, verlässliche Informationen vor Ort zu erhalten“, sagte ein Verfassungsschützer. Der Beamte verwies allerdings auch darauf, dass im Herbst vergangenen Jahres schon einmal fälschlich gemeldet worden war, Cuspert sei in Syrien ums Leben gekommen. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes sollen sich etwa 50 aus Berlin stammende Islamisten radikalen Gruppen in Syrien angeschlossen haben.



