Islamist

Berliner Ex-Rapper Deso Dogg in Syrien verwundet

Deso Dogg ist ein Berliner Ex-Rapper, der nach Syrien gegangen ist, um an der Seite der Rebellen zu kämpfen. Jetzt wurde der mutmaßlich Islamist offenbar bei einem Luftangriff verwundet.

Foto: imago/Sven Lambert / IMAGO

Der Berliner Ex-Rapper und mutmaßliche Islamist Denis Cuspert alias „Deso Dogg“ ist nach Angaben von Rebellen in Syrien verwundet worden. Der unter dem Kampfnamen „Abu Talha al-Almani“ an der Seite der Aufständischen in dem Bürgerkriegsland gegen die Regierung kämpfende Deutsche sei bei einem Luftangriff verletzt worden, teilte eine Dschihadisten-Gruppe am Montag in einer im Onlinenetzwerk Facebook veröffentlichten Erklärung mit. Die Rebellengruppe nennt sich selbst Volk Abrahams.

Der genaue Ort des angeblichen Angriffs wurde nicht mitgeteilt. Der Deutsche habe sich in einem Haus der Rebellen aufgehalten, das „von einem Luftangriff und Hubschrauberbeschuss“ getroffen worden sei, hieß es in der Erklärung lediglich. Neben Cuspert seien weitere Rebellen verletzt worden, außerdem seien „mehrere muslimische Kinder getötet worden“.

Den syrischen Rebellen haben sich tausende Kämpfer aus dem Ausland angeschlossen, die vor allem über den Libanon, die Türkei und Jordanien in das Land einreisen. Der in der Islamistenszene seit Jahren bekannte Cuspert war Medienberichten zufolge im Juni vergangenen Jahres abgetaucht, nachdem die salafistische Vereinigung Millatu Ibrahim in Deutschland verboten worden war.

Haus von Kampfjet und Helikopter angegriffen

„Einige Internetseiten haben die Nachricht verbreitet, dass unser Bruder und Mudschahid Abu Talha Al-Almani bei einem Luftangriff auf einer Stellung der Freien Syrischen Armee (FSA) getötet wurde“, heißt es in dem Schreiben der Islamisten, das am Montag in einem arabischsprachigen Internetforum auftauchte.

Cuspert alias „Abu Talha al-Almani“ sei nie Mitglied der FSA gewesen, schreiben die Islamisten weiter. Und er sei auch nicht getötet sondern lediglich verletzt worden.

„Was geschehen war, ist dass ein Haus eines einheimischen Unterstützers von einem Kampfjet und ein Helikopter angegriffen wurde“, so die Gruppe „Millatu Ibrahim“, „Dies führte dazu, dass einige Brüder verletzt wurden, darunter unser geehrte Bruder Abu Talha Al-Almani.“ Mehrere Kinder seien zudem bei dem Luftangriff ums Leben gekommen.

Gegen Cuspert liegt ein Haftbefehl vor

Denis Cuspert, gegen den in Deutschland ein Haftbefehl vorliegt, war vor einigen Jahren zum Islam konvertiert und hatte seine Karriere als Rap-Musiker beendet. Er wandte sich dem radikalen Islam zu, predigte den „Heiligen Krieg“ und rief zum Kampf gegen die „Ungläubigen“ auf.

Im vergangenen Jahr setzte er sich zunächst nach Ägypten ab. Zusammen mit anderen ausgereisten Islamisten aus Deutschland reiste der Berliner Extremist zunächst nach Libyen und gelangte von dort aus offenbar in die Türkei und anschließend nach Syrien.

Deutsche Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass sich Cuspert in Syrien einer dschihadistischen Rebellengruppe angeschlossen hat, um gegen das Assad-Regime zu kämpfen.

Nach Angaben deutscher Islamisten in Syrien kämpft Cuspert auf Seiten der Gruppe „Junud ash-Sham“. Fotos, die in den vergangenen Wochen auf einschlägigen Internetseiten und in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden, zeigen den Berliner Dschihadisten in Kampfmontur, mit Flecktarn-Weste, Kalaschnikow und Panzerfaust.

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