Der Berliner Landesbischof Markus Dröge hat in seiner Karfreitagspredigt die Achtung der Menschenrechte in Krisenregionen wie Syrien, Ägypten und der Ukraine angemahnt. „Jeder, der in dieser Welt hilflos leidet, weil er zwischen die Räder der Mächtigen geraten ist, erlebt den Schmerz des Kreuzes Christi“, sagte der evangelische Geistliche anlässlich des Kargottesdienstes in der Berliner Marienkirche. „Das Kreuz ist kein Zeichen nur für Christen. Es ist ein Zeichen des Protests gegen die Missachtung der Menschenwürde“, so Dröge.

Karfreitagsprozession durch die Innenstadt

Evangelische und katholische Kirche hatten im Anschluss gemeinsam zu einer Karfreitagsprozession durch die Innenstadt geladen. Neben Dröge und der Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein wollte auch der katholische Weihbischof Matthias Heinrich teilnehmen. Auch zahlreiche Politiker wie Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Linken-Fraktionschef Gregor Gysi hatten sich angesagt.

„Jeder und jede kann mit dem Kreuz mitgehen“, sagte Dröge. „Karfreitag ist der Appell, sich für eine gerechte Welt einzusetzen, die Gewalt und Folter nicht mehr kennt.“ Am Donnerstagabend hatte der katholische Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki in der Hedwigskathedrale das Gedenken an das letzte Abendmahl Christi mit einer Fußwaschung gefeiert.

dpa/ap