Eine Schrecksekunde haben am Dienstagvormittag Anwohner und Passanten an der Straße der Pariser Kommune in Berlin-Friedrichshain erlebt. Mit einem lauten Knall zerbarsten um 10.32 Uhr die Fenster einer Wohnung im 19. Stock eines Mehrfamilienhauses, gleich darauf drang tiefschwarzer Qualm in dichten Wolken nach draußen.

Passanten starrten auf das Szenario in schwindelnder Höhe und die zu Boden prasselnden Glasscherben, schnell machten Berichte von einer Explosion in dem zwanziggeschossigen Wohnhaus die Runde. In der allgemeinen Aufregung behielten einige wenige Beobachter die Nerven und unternahmen das Naheliegende: Sie alarmierten die Feuerwehr.

Während die ebenfalls alarmierte Polizei das Gebäude und die Straße davor weiträumig absperrte, machte sich ein Großaufgebot der Feuerwehr an die Arbeit. In kürzester Zeit erreichten mit Atemschutzanzügen und Spezialgerät ausgestattete Löschkräfte die betroffene Wohnung.

Wenig später konnte die Einsatzleitung die wichtigste Nachricht verkünden: In der Dreizimmerwohnung hatte sich bei Ausbruch des Brandes niemand aufgehalten, Verletzte waren daher nicht zu beklagen. Ein Hund, den die Mieter in der Wohnung zurückgelassen hatten, überlebte den Brand allerdings nicht, er verendete an giftigen Dämpfen.

In der Nachbarwohnung hielten sich bei Ausbruch des Brandes zwei Frauen und ein Kind auf. Die sichtlich verängstigten Mieter wurden von den Einsatzkräften unbeschadet ins Freie und zu einer vorsorglich eingerichteten Sammelstelle für die Hausbewohner gebracht. Dort hatten sich bereits zahlreiche weitere Bewohner eingefunden, die selbstständig das Haus verlassen konnten, auch sie sichtlich geschockt, aber ansonsten unverletzt.

Wohnung wurde völlig verwüstet

Die Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, wurde allerdings vollkommen verwüstet, die Flammen hatten rasend schnell um sich gegriffen. Eine halbe Stunde nach dem Ausbruch des Feuers konnte die Feuerwehr erste Angaben zur Brandursache machen. Was viele Anwohner für eine Explosion gehalten hatten, erwies sich als Verpuffung. Nach ersten Erkenntnissen wurde sie durch ausströmendes Gas ausgelöst, das sich entzündet hatte.

Details dazu sollen jetzt die weiteren Untersuchungen durch Brandermittler der Polizei und Experten der Gasag klären. Die Gasleitungen im Gebäude wurden zunächst einmal vorsorglich geschlossen.

Die Feuerwehr rückte nur wenige Minuten nach der Alarmierung mit 75 Einsatzkräften und 20 Fahrzeugen an. Die Löschkräfte waren mit Spezialgerät, Rettungshauben zur Bergung von Hausbewohnern und Drehleitern ausgestattet, auch Höhenretter standen in Bereitschaft. Bei Bränden in derartiger Höhe sind sie nach Angaben eines Feuerwehrsprechers oft die einzige Möglichkeit, Hausbewohner in Sicherheit zu bringen, vor allem dann, wenn eine gefahrlose Bergung über das Treppenhaus wegen Rauchschwaden und giftiger Dämpfe nicht mehr möglich ist.

Gebraucht wurden sie am Dienstag allerdings nicht. Der Zeitpunkt des Brandes erwies sich als absoluter Glücksfall, beim Ausbruch des Feuers hielten sich nur wenige Bewohner in dem Haus auf. „Je mehr Personen geborgen werden müssen, desto größer ist das Risiko, dass Panik ausbricht, die Situation unübersichtlich wird und Menschen nicht durch den Brand selbst, sondern in der Folgezeit zu Schaden kommen, weil die Bergung nicht zügig genug erfolgen kann“, sagte ein Feuerwehrmann am Einsatzort. Am Dienstag kam – bis auf den Hund – niemand zu Schaden.