Familiendrama

Totschlag in Charlottenburg - Sohn kommt in die Psychiatrie

Ein 21 Jahre alter Student wird verdächtigt, seinen Vater bei einem Familienstreit in Charlottenburg erschlagen zu haben. Bei den Vernehmungen machte er einen psychisch auffälligen Eindruck.

Foto: BILD-Zeitung/Olaf Wagner

Der 21-Jährige Clemens S., der am Freitag in Charlottenburg seinen Vater erschlagen haben soll, wird in eine Psychiatrie eingeliefert. Der Student wurde am Abend einem Ermittlungsrichter vorgeführt, sagte ein Sprecher der Polizei am späten Samstagabend. Der Richter hatte eine Unterbringung angewiesen. Der 21-Jährige hatte einen psychisch so auffälligen Eindruck auf die Staatsanwaltschaft gemacht, dass diese keine Untersuchungshaft gefordert hatte.

Wenige Monate nachdem in Westend der Steuerberater Ingo W. mutmaßlich von seinem Sohn erschossen wurde, hatte sich am Freitag eine weitere Familientragödie in Charlottenburg zugetragen. Am Vormittag nahm die Polizei am Savignyplatz den 21 Jahre alten Clemens S. fest, der dort auf einer Parkbank saß – als dringend tatverdächtig, seinen Vater kurz zuvor getötet zu haben. Alarmiert worden waren die Beamten vom Bruder des Verdächtigen, er teilte ihnen nach Polizeiangaben mit, sein Vater sei Opfer eines Gewaltverbrechens geworden.

In einer Wohnung in der Herderstraße fanden Polizei und Rettungskräfte der Feuerwehr den 57 Jahre alten Fritzkarl S. schwer verletzt, er verstarb trotz Wiederbelebungsversuchen noch am Tatort. In der Wohnung soll es nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft zuvor Streit zwischen den Familienmitgliedern gegeben haben.

Tatverdächtiger kaum vernehmungsfähig

Fritzkarl S. soll Hieb- und Stichverletzungen gehabt haben. Laut Medienberichten von Sonnabend soll Clemens S. seinen Vater mit einem Stuhlbein erschlagen haben. Die Polizei kommentierte dies jedoch nicht und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Der Tote wurde noch am Freitag obduziert, nähere Angaben zu den Ergebnissen machten Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonnabend aber nicht. Auch die Hintergründe des Streits sind noch ungeklärt. Der Tatverdächtige Clemens S. war am Freitag laut Staatsanwaltschaft kaum vernehmungsfähig. Die 4. Mordkommission des Landeskriminalamts ermittelt.

Fritzkarl S. arbeitete als Filmemacher, Autor und Maler. Von seiner Ehefrau getrennt soll er mit einer neuen Partnerin zusammengelebt haben. Am Freitagmorgen war der 57-Jährige offenbar zu Besuch bei den Söhnen und ihrer Mutter in der Herderstraße. Auch sein Sohn Clemens soll Kunststudent sein.