In Berlin-Charlottenburg hat sich am Freitag eine Familientragödie mit tödlichen Folgen ereignet. Ein 57-Jähriger wurde am Vormittag in einer Wohnung an der Herderstraße bei einem Streit getötet. Nur wenig später wurde am Savignyplatz der unter dringendem Tatverdacht stehende 21 Jahre alte Sohn des Opfers festgenommen.

In der Wohnung sei es zu einem schweren Fall von häuslicher Gewalt gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Die noch andauernden Ermittlungen, insbesondere zur Frage nach dem Hintergrund des Streits, hat die 4. Mordkommission übernommen.

Um 10.20 Uhr war die Feuerwehr wegen einer verletzten Person in das Wohnhaus an der Herder- Ecke Schillerstraße gerufen worden. Den Notruf hatte der ebenfalls anwesende Bruder des Tatverdächtigen abgesetzt. Die Wiederbelebungsversuche des alarmierten Notarztes blieben vergeblich. Er konnte den schwer verletzten 57 Jahre alten Fritzkarl S. nicht mehr reanimieren.

Auf einer Parkbank am Savignyplatz aufgespürt

Der Mann soll nach Informationen der Berliner Morgenpost bei dem eskalierten Streit durch seinen Sohn im Wohnzimmer Schlag- und Stichverletzungen erlitten haben. Der 21-Jährige war anschließend aus der Wohnung geflüchtet. Doch gegen 11 Uhr konnte der junge Mann bereits auf einer Parkbank am Savignyplatz aufgespürt und festgenommen werden. Er soll dabei keinen Widerstand geleistet haben.

Mehrere Stunden lang waren Kriminaltechniker mit der Sicherung von Spuren in der Wohnung im zweiten Obergeschoss beschäftigt. Erst gegen 14.30 Uhr wurde der Leichnam des 57-Jährigen zur Gerichtsmedizin gebracht, eine Obduktion soll die genaue Todesursache klären.

Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, ist Fritzkarl S. in Hessen aufgewachsen und hat in München unter anderem Kunstgeschichte studiert. Später war er als Autor und Regisseur tätig, bevor er sich vor gut zehn Jahren der Malerei widmete.

Am Freitagmorgen hatte er seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und die gemeinsamen Söhne besucht. Der 21-jährige Clemens S. soll bereits in seiner Wohnung in Neukölln gelebt haben. Erst vor kurzer Zeit war er zu seiner Mutter zurückgezogen.

Die Frau des Mordopfers musste nach dem Gewaltverbrechen von einem Seelsorger betreut werden.

Der Tatverdächtige soll am Sonnabend einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden.