Bikini Berlin

Berliner und Touristen kaufen jetzt im Bikini ein

In Berlins City West hat am Morgen mit einem Pistolenknall und lauter Rockmusik das neue Einkaufszentrum Bikini Berlin eröffnet. Ein Geschäft wirbt auf Tüten mit dem Slogan „Der Teufel trägt Bikini“.

Mit einem Pistolenknall und lauter Rockmusik hat in der Berliner City West das neue Einkaufszentrum Bikini Berlin eröffnet.

Nach drei Jahren Bauzeit drückten pünktlich um 10 Uhr an der Budapester Straße in Berlin-Charlottenburg Florian Pronold (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium), Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und Jürgen Büllesbach (Vorsitzender der Geschäftsführung Bayerische Hausbau) den roten Startbutton, der die Türen zu Berlins neuer „Concept Mall“ öffnete.

„Mit Zoo Palast und Bikinihaus ist endlich das lang vermisste Geschwisterpaar aus den 50er-Jahren zurückgekehrt“, sagte Naumann. „Bikini Berlin ist ein Baby, das schnell laufen lernen wird“, ergänzte Jürgen Büllesbach.

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Die Gelegenheit, das neue Bikinihaus als Erste zu besichtigen, ließen sich dann auch mehrere hundert Neugierige nicht entgehen. „Ich laufe hier jeden Tag vorbei und finde es schön, dass die Baustelle endlich weg ist“, sagte ein Besucher. Vor allem die gebürtigen Berliner freuten sich über die Rückkehr einer Institution in der City West.

Moderiert wurde die Eröffnung von Schauspieler Ole Tillmann, der die Gäste mit viel Bühnennebel durch das Eingangsportal schickte. Auf dem Vordach spielte dazu die Österreichische Band Bilderbuch eine Hymne auf das neuartige Shopping-Erlebnis.

Im Inneren erwartete die Berliner auf drei Etagen ein Blick auf die Affen des angrenzenden Zoos sowie Shops von ausgewählten Mode-, Lifestyle- und Gastronomie-Marken. Darunter das vegane Berliner Label Umasan, das amerikanische Sportswear-Label Gant sowie Schiesser, Vans und Carhartt.

Die Vermietungsauslastung im Bikini liegt zur Eröffnung bei nur rund 85 Prozent – der Preis dafür, dass auf die großen Standard-Mieter von Shopping-Centern verzichtet wurde.

Den Spitznamen Bikinihaus erhielt das Gebäude einst wegen seines luftigen Zwischengeschosses, das an den zweiteiligen Badeanzug erinnerte. Nun ist dieses Geschoss neu verglast und bietet einem Teil der rund 50 neuen Läden Platz.

Der Name Bikini wurde von den ersten Käufern bereits buchstäblich durch die Stadt getragen. Denn ein Geschäft wirbt auf Tüten mit einem Slogan, der an einen Filmtitel angelehnt ist: „Der Teufel trägt Bikini“.

Das neue Einkaufszentrum ist Teil der Neugestaltung der City West, zu der rund um die Gedächtniskirche neben dem renovierten Kino Zoo Palast auch zwei Hochhäuser gehören. Eines ist noch im Bau.

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Beim Innenausbau haben viele Mieter auf hochwertige Ausstattung geachtet. Oft gibt es Parkett- und Dielenböden, auf denen die Ware mit viel Freiraum bei Tageslicht präsentiert wird.

Es wird aber auch noch viel gebohrt, gesägt und gehämmert, denn nicht alle Läden sind zur Eröffnung ganz fertig geworden. Das Ostergeschäft wollen sie aber alle schon mitnehmen.

Bewusst unfertig wirken dagegen die kleinen hölzernen Boxen im Erdgeschoss, in denen Händler ihre Ware wie auf einer Messe nur für kurze Zeit präsentieren. Das senkt ihr Risiko – und soll Abwechslung für Kunden bieten.

Größter Hingucker aber bleibt der Affenfelsen im benachbarten Zoo, der sowohl durch die großen Glasfenster der Bar im Erdgeschoss als auch von der neu angebauten Dachterrasse gut zu sehen ist. Bleibt die Frage, wer hier wen beobachtet. Denn auch die neugierigen Paviane auf ihrem Kletterfelsen scheinen das neue Unterhaltungsprogramm nebenan sehr zu schätzen.

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