Für die City West ist die Neueröffnung des Bikinihauses mit großen Hoffnungen verbunden. Uwe Timm, Geschäftsführer von Timm Retail Services, dem Betreiber des Europa-Centers am Breitscheidplatz, und zugleich Vorstandsmitglied in der AG City, in der sich über 300 Mitglieder zusammengeschlossen haben und die sich für die Entwicklung in der City West engagiert, über das neue Einkaufszentrum.

Berliner Morgenpost: Herr Timm, was erhoffen Sie sich vom Bikinihaus?

Uwe Timm: Wir erwarten natürlich, dass der Standort City West weiter gestärkt wird. Wegen der langjährigen Baustelle und der damit verbundenen Lücke am Breitscheidplatz hoffen wir, dass das urbane Leben wieder einzieht. Bisher fehlte einfach etwas – man kann sagen, dass für lange Zeit eine Wunde klaffte, die nun endlich geschlossen wurde.

Was bedeutet das Bikinihaus für die Konkurrenz wie etwa das Europa-Center? Wird die neue Concept Mall noch mehr Publikum anziehen?

Wenn das Konzept des Bikinihauses aufgeht, werden die Menschen sicher noch häufiger in die City West kommen – allein um das Bikinihaus einmal gesehen zu haben. Zudem erhöht sich die Verweildauer mit der neuen Attraktion, die Leute bleiben länger in der Gegend. Wir wünschen uns, dass die Budapester Straße nicht mehr nur die Rückseite, sondern das pulsierende Leben der City West verkörpert. Mit dem Einbau von neuen Schaufenstern beim Europa-Center haben wir in den letzten Jahren darauf hingearbeitet, dass die Konsumenten beim Flanieren über die Tauentzienstraße durch das Europa-Center gehen, wenn sie zum Bikinihaus möchten.

Werden sich jetzt die Einkaufsströme ändern?

Grundlegend nicht, das wäre zu weit gefasst. Aber das Bikinihaus ist ein toller Ort, der für alle Beteiligten gut ist und so wird es eine gegenseitige Befruchtung zwischen den Shops und Einkaufszentren geben. Die Haupteinkaufsstraßen werden jedoch Tauentzienstraße und Kurfürstendamm bleiben. Dort haben wir zur Zeit 25.000–30.000 Besucher pro Tag, das wird sich nicht ändern. Aber ein paar von diesen Besuchern, die beim Einkaufsbummel bei der Budapester Straße herauskommen, stehen jetzt nicht mehr vor einer Baustelle, sondern blicken auf schöne Läden, Cafés und Restaurants. Umgekehrt ist es von Vorteil für Besucher, die vom Zoo kommen, jetzt durch das Bikinihaus laufen können und dann über das Europa-Center oder den Breitscheidplatz zur Tauentzienstraße gelangen.

Welche Änderungen braucht die City West jetzt noch? Wie sieht es etwa mit den Ständen um die Gedächtniskirche aus oder mit einem Umbau des Breitscheidplatzes?

Wir von der AG City fordern schon seit Jahren, dass die Stände weg müssen und zweifeln auch nicht daran, dass dies auch im Sommer passiert. Die Buden passten einfach nicht mehr ins Bild. Beim Breitscheidplatz hoffe ich, dass sich dieses Jahr noch etwas bewegt speziell in technischen Fragen. So bräuchte es einen unkomplizierteren Weg, um bei Veranstaltungen an Wasser und Strom zu kommen. Für eine temporäre Möblierung des Platzes müsste es zudem einfacher werden, mal einen Baum umzupflanzen.