Mit äußerster Brutalität sollen drei Räuber Seniorinnen in Wohnungen in Berlin und Kassel angegriffen haben, um an deren Ersparnisse zu kommen. Nach einem Überfall auf zwei 89 und 63 Jahre alte Frauen in Berlin-Neukölln muss sich einer der mutmaßlichen Täter seit Dienstag wegen versuchten Raubmordes vor dem Landgericht verantworten.

Der 25 Jahre alte Mann gab zu, dass er mit Komplizen über den Balkon in die Wohnung eingestiegen ist. Für die Gewalt seien jedoch die Mittäter verantwortlich, erklärte er. Die beiden Komplizen konnten bislang allerdings nicht dingfest gemacht werden.

Zwei der drei Räuber waren Ermittlungen zufolge am späten Nachmittag des 13. Juli 2013 in die Hochparterrewohnung der 89-jährigen Frau eingestiegen, der dritte habe draußen aufgepasst. Die Seniorin habe sich gerade mit ihren Blumen im Schlafzimmer befasst, als sie von hinten von dem Angeklagten angegriffen wurde, hieß es in der Anklage. Er habe sie gewürgt, Geld verlangt und mehrfach mit der Faust in das Gesicht der völlig wehrlosen Frau geschlagen. Ein Komplize soll zeitgleich die damals 63-jährige Pflegetochter der Seniorin attackiert haben, die im Wohnzimmer auf der Couch lag.

Während die Täter mit einer geringen Beute von 58 Euro und zwei Schmuckstücken entkamen, mussten die beiden Frauen mit schweren Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Beide erlitten unter anderem Frakturen im Gesicht. Die 89-Jährige starb fünf Tage später an einem Herzinfarkt. Da dessen Ursache unklar blieb, laute die Anklage nicht auf Mord, hieß es am Rande des Prozesses.

Der Angeklagte soll kurz nach dem Überfall in Berlin mit den gleichen Komplizen zwei ähnliche brutale Taten in Kassel begangen haben. Damals waren ebenfalls zwei 85 und 90 Jahre alte Frauen in ihren Wohnungen zusammengeschlagen und beraubt worden.

Im August war der europaweit gesuchte Mann, der nun auf der Anklagebank sitzt, in Griechenland gefasst worden. Der Prozess wird fortgesetzt.

dpa/sei