Ein 56-jähriger Berliner muss wegen Missbrauchs von Kindern in 88 Fällen für vier Jahre und drei Monate in Haft. Der Angeklagte habe sich über Monate hinweg an zwei Jungen im Alter von elf und zwölf Jahren vergangen, urteilte das Berliner Landgericht am Freitag. Zu den sexuellen Übergriffen sei es in der Wohnung des pädophilen Mannes in Berlin-Marzahn gekommen. Der Angeklagte sei zunächst zur Therapie in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen, ordneten die Richter an. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft gefordert.
Der Mann, der in seinem Kiez häufig Schrott sammelte, habe sich bei solchen Touren mit den Opfern angefreundet, heißt es in dem Urteil. Ihm sei es bei diesen Kontakten darum gegangen, seine sexuellen Ziele zu erreichen. Die Übergriffe begannen nach Überzeugung der Richter im September 2012. Seinem ersten Opfer habe der Verurteilte ein rotes Handy geschenkt und damit gefügig gemacht. Einen Elfjährigen lockte er laut Gericht mit einem geringen Geldbetrag. Im August 2013 war der Angeklagte festgenommen worden. Er befindet sich seitdem in Haft.
Ein Gutachten bescheinigt dem Mann eine Persönlichkeitsstörung. Bei den Taten sei er deshalb vermindert schuldfähig gewesen, sagte der Vorsitzende Richter. Ohne Therapie bestehe aber weiterhin die Gefahr schwerer Sexualstraftaten. Auch die Staatsanwältin und der Verteidiger hatten sich für eine Unterbringung des Mannes in der Gerichtspsychiatrie ausgesprochen. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bestritten. Aussagen der Kinder sowie von Nachbarn bezeichnete er als Lügen.
dpa/alu


