Dietlind Tiemann strahlt siegesgewiss. „Die Bundesgartenschau 2015 wird garantiert ein Erfolg“, sagt die Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel. Dass die Buga-Macher am Donnerstag ihre Pläne und den Stand der Vorbereitung zum ersten Mal ausführlich ausgerechnet in ihrer Stadt vorstellten, war wohl kein Zufall. Denn ohne die CDU-Politikerin würde es im kommenden Jahr keine Bundesgartenschau im Land Brandenburg geben. „Wir mussten uns gegen sehr große Vorbehalte durchsetzen“, sagt Tiemann. „Mittlerweile hat aber hoffentlich auch die brandenburgische Landesregierung verstanden, dass das Projekt die Region voranbringen wird.“ 1,5 Millionen Besucher werden vom 18. April bis 11. Oktober erwartet.
Skeptiker sind überstimmt
Erstmals in der Geschichte der Bundesgartenschauen soll die Buga im nächsten Jahr in einer ländlichen Region und dazu noch länderübergreifend an fünf Orten auf knapp 55 Hektar stattfinden. Zusammen mit Rathenow und Rhinow (beides Havelland) sowie Premnitz (Havelland) und dem sachsen-anhaltinischen Havelberg hatte sich Brandenburg/Havel vor sieben Jahren um die Ausrichtung der Bundesgartenschau 2015 beworben, gegen den Widerstand der damals noch rot-schwarzen Landesregierung unter Matthias Platzeck (SPD).
Das Land befürchtete ein finanzielles Desaster. Die Verteilung über fünf Standorte etwa 80 Kilometer entlang der Havel, sei den Besuchern schwierig zu vermitteln und es bestehe die Gefahr zu hoher Kosten durch die Parkplätze sowie Einlass- und Kassensysteme und dem Personal an mehreren Standorten, warnten die Skeptiker damals.
Die länderübergreifenden Bewerber aber erhielten schließlich am 15. November 2007 den Zuschlag durch die Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, sie setzen sich gegen den aussichtsreichsten Mitbewerber Karlsruhe durch.
„Alle großen Maßnahmen liegen im Plan“
„Mittlerweile sehen wir unsere Pläne in Potsdam zumindest akzeptiert“, sagt Dietlind Tiemann. Allerdings hat das Land Brandenburg nach Angaben von Buga-Zweckverbands-Geschäftsführer Erhard Skupch im Gegensatz zum Nachbarland Sachsen-Anhalt keinen festen Haushaltstitel für das Projekt eingestellt. So müssten immer wieder kleinteilig Anträge auf Bezuschussung gestellt werden. Etwa 40 Millionen Euro sollen für den Bau von Straßen, Wegen und den Ausbau der Parks sowie für Pflanzungen aufgebracht werden.
Etwa 28,5 Millionen Euro werden für die Vorbereitung und Durchführung veranschlagt. Um die 18 Millionen Euro sollen durch Eintrittskarten und etwa ein bis zwei Millionen Euro durch Sponsoren aufgebracht werden. Den Rest tragen die beteiligten Städte. Doch insgesamt wird die Buga weitaus mehr kosten. Allein die Stadt Brandenburg an der Havel investiert 60 Millionen Euro. Es entstehen zwei neue Brücken und es werden Straßen erneuert. Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann sieht das als gerechtfertigt an. „Wir sprechen von Sowieso-Projekten“, die auch ohne die Bundesgartenschau angepackt werden sollten. Für sie sei wichtig, dass die Stadt sich finanziell nicht übernehme.
Knapp ein Jahr vor der offiziellen Eröffnung der Bundesgartenschau liegen laut der Buga-Geschäftsführung „alle großen Maßnahmen im Plan“. Ende April kommen die ersten von rund 56.000 Stauden und Rosen in mehr als 400 Sorten in den Boden. „Damit sorgen wir für blühende Flächen während der 177 Buga-Tage“, sagt Rainer Berger, der für die gärtnerische Gestaltung zuständig ist.
Blühende Felder und leuchtende Blumenbeete
„Mit zig Anwohnern und Agrarbetrieben musste gesprochen werden“, sagte der Technische Leiter Frank Schröder. So werden entlang von Feldern spezielle Blumensamen ausgesät. Auf einem 900 Meter langen Abschnitt in Premnitz setzen Maschinen demnächst Blumenzwiebeln in vielen Sorten und Farben.
Die Besucher erwarten blühende Felder und leuchtende Blumenbeete. Eine Million blühende Pflanzen, 36 Hallenschauen, 50 Themengärten und etwa tausend kulturelle Veranstaltungen, das versprechen die Organisatoren. Einmalig in der Geschichte der Bundesgartenschauen sind im kommenden Jahr die Hallenschauen in den Kulissen der Kirche St. Johannis in Brandenburg/Havel und St. Laurentius in der Hansestadt Havelberg. Jeder Standort wird 18 wechselnde Blumenschauen präsentieren.
Das Motto der Buga lautet: „Von Dom zu Dom – das blaue Band der Havel“. Präsentiert werden sollen auch sogenannte „Erlebnisräume“ außerhalb der Ausstellungsbereiche – wie etwa das Schloss Ribbeck, bekannt durch Theodor Fontanes Birnbaum-Gedicht. Oder auch das Landgut Borsig. Den südlichen Ausgangspunkt der Gesamtkulisse bildet Brandenburg/Havel.
Um alles zu sehen, braucht man drei Tage
Am 30. April dieses Jahres beginnt der Vorverkauf für Eintritts- und Dauerkarten. Die Eintrittskarte wird 20 Euro kosten. Sie gilt aber nicht nur einen Tag lang. Mit ihr können die Besucher während der gesamten Buga einmal jeden der fünf Orte besuchen, egal an welchem Termin innerhalb der 177 geplanten Buga-Tage.
„Um alle Höhepunkte der Gartenschau zu erleben und alle Ausstellungen sehen zu können, braucht man drei Tage“, sagt Buga-Sprecherin Amanda Hasenfusz. Sie hat noch einen Tip: „Ab 24. April können Interessierte jeden letzten Donnerstag im Monat die Baustellen besichtigen – bis September.“ Im Mai fallen die bis zu zweistündigen Führungen aus.
Treffpunkte und weitere Informationen gibt es auf der Internetseite buga-2015-havelregion.de




