In Berlin und Brandenburg gibt es nach einer Analyse der Krankenkasse DAK die meisten Krankschreibungen wegen Seelenleiden in ganz Deutschland.

2013 kamen in Berlin auf 100 Arbeitnehmer rund 7,6 Ausfälle nach einer psychischen Diagnose. Damit seien die Fehltage in diesem Bereich in der Hauptstadt in den vergangenen 13 Jahren um ein Viertel gestiegen, teilte die Kasse am Donnerstag mit. Nur in Brandenburg seien die Fallzahlen für Depressionen und Angstzustände genauso hoch.

Für die Studie ließ die Kasse Daten von rund 105.000 ihrer erwerbstätigen Versicherten in der Hauptstadt auswerten.

Die längeren Ausfallzeiten wegen seelischer Probleme wertet die Kasse aber nicht nur negativ. „Die Menschen sind sensibler geworden, psychische Störungen zu erkennen“, sagte Steffi Steinicke, Chefin der DAK-Gesundheit in Berlin. Der große Unterschied zu anderen Leiden sei die Länge der Fehlzeiten. In Berlin fielen Beschäftigte im Schnitt 33 Tage im Jahr wegen psychischer Probleme aus – weitaus länger als bei Rückenschmerzen oder grippalen Infekten.

Insgesamt blieb der Berliner Krankenstand nach DAK-Daten im Vergleich zum Vorjahr jedoch unverändert. Im Jahr 2013 waren von 1000 Arbeitnehmern 43 krankgeschrieben. Im Bundesdurchschnitt waren es 40. Ein Berliner fehlte im Schnitt 15,8 Tage. Im Bund waren es 14,6 Tage.

Die Branchen mit dem höchsten Krankenstand in Berlin waren 2013 die Öffentliche Verwaltung mit knapp sechs Prozent und das Verkehrswesen mit gut fünf Prozent. Den niedrigsten Wert hatten Kultur-, und Bildungseinrichtungen sowie Medienunternehmen mit drei Prozent.

dpa/sei