Fruchtsäfte

Stiftung Warentest - Orangensaft von Aldi ist der beste

Ob Konzentrat oder Direktsaft - 22 der 26 Orangensäfte im Test schneiden gut ab. Nur ein Produkt ist mangelhaft. Doch bei den Produktionsbedingungen erzielen fast alle Anbieter schlechte Ergebnisse.

Ein kräftiges Gelb und die perfekte Balance zwischen süß und säuerlich: So soll ein guter Orangensaft aussehen und schmecken. Jeder Deutsche trank im Jahr 2012 7,8 Liter davon, sagt der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e.V. Damit ist er neben Apfelsaft der beliebteste Saft hierzulande.

Am besten schmeckt natürlich frisch gepresster Orangensaft. Aber nicht immer ist ein Kilo Orangen zur Hand. Als Alternative bietet die Industrie Säfte aus Konzentrat oder als Direktsaft. Letzterer enthält Fruchtfleisch und ist im Schnitt 40 Cent teurer je Liter - aber ist er deswegen auch qualitativ besser?

Das Berliner Verbraucherinstitut Stiftung Warentest hat 26 dieser Säfte untersucht, 18 aus Konzentrat und acht gekühlte Direktsäfte. Ihr Fazit: „Die Orangensäfte aus Konzentrat sind oft genauso gut wie die Direktsäfte“. 22 der 26 Orangensäfte im Test schnitten gut ab. Sieger in beiden Kategorien ist der Discounter Aldi mit seinem „Rio d’oro Orange“ für 95 Cent und „Pure Fruit“ für 1,49 Euro pro Liter. Im Test überzeugten sie in Aussehen, Geruch, Mundgefühl und Geschmack.

„Karibische Sonne“ von Edeka nur mangelhaft

Ein ebenfalls gutes Testergebnis erzielten die Konzentratsäfte von Edeka, Real und Penny. Auch die bekannten Marken „Amecke“, „Granini“, „Hohes C“ und „Valensina“ schnitten gut ab, sind aber teurer im Preis. Nur ein „befriedigend“ erzielten die Eigenmarken von Kaufland, Norma und Rewe. Die „Karibische Sonne“ von Edeka erhielt sogar nur ein „mangelhaft“. Der Saft schmeckte bitter, und ihm fehlte das typische Orangenaroma, urteilte das Berliner Verbraucherinstitut. Die acht Direktsäfte schnitten dagegen alle gut ab. Ein „sehr gut“ erhielt aber kein einziger. Das bleibt noch immer dem selbst gepressten Saft vorbehalten. Denn an das Aroma von frischen Orangen komme kein industriell hergestellter Saft heran.

Beliebt ist Orangensaft wegen seines hohen Vitamin-C-Gehalts. Sieben getesteten Säften wurde entweder Ascorbinsäure oder Vitamin C zugesetzt. „Gesundheitsschädlich ist das nicht, bringt aber auch keine Vorteile“, sagen die Prüfer. Aber Vorsicht: Ein Liter Orangensaft enthält bis zu 100 Gramm fruchteigenen Zucker. „Das entspricht 33 Stück Würfelzucker – fast so viel, wie Cola, Limo und Brause enthalten“.

Im Supermarkt ist der Saft aus Konzentrat oder als Direktsaft zu haben. In beiden Fällen werden die Früchte im Anbauland maschinell ausgepresst. Dieses Konzentrat geht auf die Reise, wird in Deutschland entweder rückverdünnt und mit Aromastoffen verfeinert - oder landet als Direktsaft im Kühlregal. Erhitzen macht ihn haltbar. Bei den Produkten von Norma und Edeka fehlte jedoch das typische Orangenaroma, deswegen gab es Punktabzug.

Zwar kommen die industriell gefertigten Säfte geschmacklich nicht an frischen Orangensaft heran. In einem Punkt liegen sie jedoch laut Stiftung Warentest vorn: Bei der Herstellung im Anbauland würden die Früchte direkt mit unbehandelter Schale verwendet. So konnten die Warentester allenfalls Spuren von Pflanzenschutzmitteln aus dem Anbau nachweisen. Wer selbst aus Tafelobst presse, müsse oft auf Orangen mit behandelter Schale zurückgreifen. Deshalb empfehlen die Tester, solche Früchte vor dem Pressen warm abzuwaschen und trocken zu reiben.

Schlechte Produktionsbedingungen in den Anbauländern

In einem zweiten Test untersuchten die Prüfer, unter welchen Bedingungen die Säfte produziert werden, und besuchten zwölf Plantagen in Brasilien, wo die Hälfte der Weltproduktion an Orangen geerntet wird, und in Mexiko. Wichtige Fragen sollten vor Ort beantwortet werden: Wo werden die Orangen geerntet und gepresst? Wie werden die Arbeiter behandelt? Wie steht es mit dem Umweltschutz?

Das Fazit fällt ausreichend bis befriedigend aus. „Die meisten Anbieter wissen nicht, welche Zustände auf den Plantagen ihrer Zulieferer herrschen“, schreibt Stiftung Warentest. Nur für sechs der 26 geprüften Orangensäfte hätten die Unternehmen eindeutig belegen können, von welchen Plantagen der Großteil der Ernte stammt. Auf vier Plantagen bewerteten die Berliner Tester Arbeitsbedingungen und Umweltschutz mit ausreichend, auf zweien sogar nur mangelhaft. Selbst die beiden Produkte mit Fairtrade-Siegel von Lidl und Pfanner konnten nicht überzeugen.

Nur ein Produkt erzielte in dieser Kategorie ein gutes Ergebnis: die „Karibische Sonne“ von Edeka. Hier stimmte zwar nicht die Qualität des Saftes, dafür aber die Herstellung. Trotzdem nahm der Lebensmittelhändler nach eigenen Angaben den Saft bereits vom Markt. Stattdessen soll jetzt „Florida Orange“ in den Regalen stehen. Vielleicht ein qualitativ besserer Saft, die Lieferkette aber ist eine andere.