Stiftung Warentest

Finanztest - So sparen Sie bei der Hausratsversicherung

Die Stiftung Warentest hat 116 Tarife für Hausratversicherungen verglichen. Das Ergebnis: Eine Haushaltspolice ist sinnvoll - und Verbraucher können kräftig sparen. Oft lohnt sich ein Tarifwechsel.

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Verbraucher sollten ihre Hausratversicherung regelmäßig überprüfen und notfalls aufstocken oder den Tarif wechseln. Das rät die Zeitschrift „Finanztest“ in ihrer April-Ausgabe. Eine Hausratpolice halten die Experten grundsätzlich für sinnvoll. Schon nach einem Einbruch geht es schnell um hohe Summen. Kommt es zum Totalschaden etwa durch einen Brand, müsste gar der komplette Hausrat neu gekauft werden.

Viele Menschen in Deutschland besitzen eine solche Versicherung, haben sie aber seit Jahren nicht an ihren steigenden Wohnstandard angepasst. Flachbildfernseher, Kameras, Schmuck, Golfschläger – da kommt viel zusammen. Deshalb ist es gut, den Vertrag zu überprüfen, um unliebsame Überraschungen im Versicherungsfall zu vermeiden.

Die Stiftung Warentest untersuchte 116 Tarife von 59 Versicherern. Beim Preis teilen die Versicherer das Bundesgebiet in Risikozonen auf. Städte mit hohem Einbruchsrisiko sind teurer als solche mit niedrigerem Risiko. Der Test zeigt: Teure Verträge kosten dreimal so viel wie günstige.

Städte mit hohem Einbruchsrisiko teurer

Der erste Blick in den Vertrag gilt der Versicherungssumme. Sie wird pauschal vereinbart oder der Kunde gibt einen Betrag vor, nachdem er den Wert seines Hausrats geschätzt hat. Die übliche Pauschale beträgt 650 Euro pro Quadratmeter. Es zählt nur die Wohnfläche, nicht Balkon, Dachboden, Garage oder Keller. Hausrat dort ist aber versichert.

Vorteil der Pauschale: Der Versicherer kürzt nie wegen Unterversicherung – auch wenn der Hausrat vielleicht 80.000 Euro wert ist, die Versicherungssumme aber nur 60.000 Euro beträgt. Ohne den sogenannten „Unterversicherungsverzicht“ dürfte er sonst 25 Prozent von der Schadensumme abziehen, selbst wenn der Schaden nur 10.000 Euro beträgt. Den ganzen Schaden bezahlt der Versicherer aber auch bei einer pauschal ermittelten Versicherungssumme nur dann, wenn der Gesamtschaden die Versicherungssumme nicht übersteigt.

Basistarif ist meist als Schutz ausreichend

In vielen Verträgen erhöht eine Vorsorgeklausel die Summe meist um zehn Prozent. Für Kosten wie Entsorgung, und Aufräumen sind weitere zehn Prozent angesetzt. In kleinen Wohnungen mit teurem Hausrat reicht die Pauschalsumme oft nicht. Kunden sollten sie deshalb erhöhen. Bei großen Wohnungen mit wenig Hausrat führt die Pauschale zu überhöhten Versicherungssummen. Dann sei es günstiger, die Summe selbst zu schätzen, schreiben die Tester. Das heißt: Inventur machen. Dabei zählt der Neuwert der Sachen.

Die meisten Versicherer bieten mehrere Tarife. Die teuren Angebote heißen oft Komfort, Plus oder Premium. Die günstigen Basistarife umfassen den Grundschutz, der für die meisten reicht. Er gilt für Schäden nach Einbruch, Raub, Vandalismus, Brand, Schäden durch Leitungswasser, Sturm und Hagel. Versichert ist der gesamte Hausrat: Möbel, Teppiche, Elektrogeräte, Kleidung, Musikinstrumente, Wertsachen. Dieser Schutz deckt die wichtigen Schäden ab, sodass keiner nach einem Totalschaden vor dem Nichts steht.

Für den Modellfall hat „Finanztest“ den Grundschutz erweitert, weil viele Kunden Wert auf zwei Extras legen: Überspannung und Fahrräder. Wenn Blitze zum Beispiel eine Überlandleitung treffen, entstehen Spannungsspitzen. Sie können Elektrogeräte beschädigen. Viele Basistarife versichern dies inzwischen ohne Aufpreis mit. Die Tarife für den Modellhaushalt versichern den Diebstahl von Fahrrädern von der Straße mit mindestens 2000 Euro. Der Grundschutz versichert Räder sonst nur in geschlossenen Räumen.