Am Frankfurter Flughafen hat am Donnerstagmorgen der Warnstreik im öffentlichen Dienst begonnen. Mitarbeiter der Flughafengesellschaft Fraport hätten mit Beginn der Frühschicht um 3.30 Uhr ihre Arbeit niedergelegt, teilte ein Sprecher der Gewerkschaft Ver.di mit. Die Beteiligung sei sehr hoch. Konkrete Zahlen konnte der Sprecher zunächst nicht nennen.
Durch den Ausstand kommt es am Donnerstag an sieben deutschen Flughäfen zu erheblichen Beeinträchtigungen im Flugverkehr. Zu rechnen ist mit massiven Behinderungen am größten deutschen Drehkreuz in Frankfurt/ Main, gestreikt wird aber auch auf den Flughäfen München, Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart. Durch die Streiks ist auch der Flugverkehr von und nach Berlin betroffen.
Auf den Flughäfen in der Hauptstadt fallen nach Angaben eines Flughafensprechers bis zum Donnerstagnachmittag 33 Flüge von und nach Berlin-Tegel aus. Auch danach könnte es zu Verspätungen kommen.
Die Berliner Morgenpost beantwortet die wichtigsten Fragen zum Ausstand.
Wie viele Flugverbindungen sind am Donnerstag vom Streik betroffen?
Die Lufthansa hat in Frankfurt und München nahezu alle 600 innerdeutschen und Europaverbindungen am Donnerstag gestrichen, die laut Flugplan bis ungefähr 14 Uhr vorgesehen waren.
Insgesamt 33 Flüge, die am Donnerstag in Tegel hätten starten oder landen sollen, wurden annuliert. Die meisten bei der Lufthansa.
Bei der Fluggesellschaft Air Berlin waren es sechs annullierte Flüge, von denen eine Sprecherin des Unternehmens am Mittwochnachmittag zu berichten wusste. „Da die Streiklage in Düsseldorf noch sehr unklar ist, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau sagen, welche Verbindungen noch vom Streik betroffen sind.“
Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?
Bei internationalen Flügen werde man versuchen, den Flug über ein anderes Drehkreuz wie Zürich, Wien oder Brüssel umzubuchen, sagt ein Sprecher der Lufthansa. Reisende auf innerdeutschen Routen können ihr Ticket am Check-In-Automaten auf dem Flughafen oder am Lufthansa-Schalter in einen Reisegutschein der Deutschen Bahn umwandeln lassen. Elektronische Tickets (etix) können im Internet auf der Seite der Lufthansa kostenfrei gegen ein Bahnticket eingetauscht werden. Für Fluggäste von Air Berlin gibt es die Reisegutscheine der Bahn ausschließlich am Schalter der Fluggesellschaft. Das gilt auch für Germanwings-Kunden, sollten Flüge streikbedingt gestrichen werden. Weitere Informationen erhalten Reisende unter www.lufthansa.com oder unter der Telefonnummer 069-86-799-799. Air Berlin informiert aktuell über die Folgen des Streiks unter: www.airberlin.com
Kann ich ein Ticket für einen internationalen Flug in ein Bahnticket umtauschen?
Ja, das ist möglich, teilt ein Bahnsprecher mit. Während aber die ausgegebenen Voucher für innerdeutsche Verbindungen zum direkten Einstieg in den Zug berechtigen, ist das für einen Reisegutschein für eine internationale Verbindung nicht möglich. Dieser muss vor Fahrantritt in einem DB-Reisezentrum oder einer DB Agentur gegen eine Fahrkarte eingetauscht werden.
Kann ich meinen Flug umbuchen?
Fluggäste von Air Berlin, die von streikbedingten Flugstreichungen betroffen sind, können kostenlos auf die Flüge bis zum 31. Mai umbuchen oder stornieren. Die Lufthansa bietet ihren Passagieren von annullierten Flügen eine einmalige, kostenlose Umbuchung im gleichen Tarif an. Bedingung: Das Ticket muss vor oder am 25. März für Flüge am 27. März von beziehungsweise nach Frankfurt, München, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Hannover oder Stuttgart erworben worden sein. Das gilt auch für die Partner-Gesellschaften Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines.
Setzt die Bahn mehr Züge ein?
Die Deutsche Bahn stellt alle zur Verfügung stehenden Züge bereit und setzt im Flughafen Fernbahnhof in Frankfurt/ Main und gegebenenfalls in weiteren Bahnhöfen zusätzliche Mitarbeiter ein. „Wir haben an allen Verkehrsknotenpunkten die Zugreserven aufgestockt“, sagt ein Bahnsprecher. „Die können dann bei Bedarf von der Verkehrsleitung eingesetzt werden.“ Aktuelle Fahrplaninformationen der Deutschen Bahn gibt es unter 0180 699 66 33 (29 Cent/ Anruf aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk maximal 60 Cent). Telefonische Fahrplanauskünfte sind auch über das Sprachdialogsystem unter 0800 150 70 90 abrufbar. Weitere Infos unter www.bahn.de
Wo wird in Berlin im öffentlichen Dienst am Donnerstag gestreikt?
In den Streik gehen Mitarbeiter bei verschiedenen Bundeseinrichtungen: Dazu gehörten unter anderem die Verwaltung des Bundestages, das Auswärtige Amt, das Bundespresseamt, das Wasser- und Schifffahrtsamt, das Robert-Koch-Institut und die Rentenversicherung. Bei den kommunalen Unternehmen sind größtenteils vormittags die Stadtreinigung, die Vivantes-Kliniken, die Berliner Wasser- und die Bäderbetriebe vom Warnstreik betroffen. Die zentrale Kundgebung zum Streik findet ab 9.30 Uhr bis etwa 11 Uhr auf der Straße des 17. Juni zwischen Klopstockstraße am S-Bahnhof Tiergarten und dem Großen Stern statt. Verdi rechnet mit 2000 Teilnehmern.




