Tierrettung

Wanderfalke vom Roten Rathaus liegt verletzt im Bundestag

Foto: Birgit Heinen

Keine Knochenbrüche, aber vier verlorene Federn: Das sind die Verletzungen eines Falken, der einen Ausflug in den Innenhof des Bundestags wagte. Die Tierklinik Düppel versorgt nun den geschwächten Vogel.

Der Ausflug eines verletzten Wanderfalken in einen Innenhof des Bundestages hat ein glückliches Ende genommen. Der Vogel wurde von einer Mitarbeiterin des Bundestages gefunden. Die von ihr alarmierte Tierrettung Berlin-Brandenburg brachte ihn in die Tierklinik Düppel. Dort wurde das geschwächte Tier untersucht. Knochenbrüche hat es nicht, aber die vier mittleren Steuerfedern am Schwanz sind abgebrochen.

„In der Natur würde der Wildvogel damit unter Umständen verhungern“, sagte Diana Gevers, Projektleiterin beim Nabu Berlin, der das Tier inzwischen ins Alte Forsthaus im Wuhletal nach Marzahn brachte. Dort könnte ein Falkner die Federn „reparieren“, indem er intakte Federn in den hohlen Federkiel schiebt, so der Nabu. Der Nabu päppelt in der Wildvogelstation verletzte Wildvögel auf. Jedes Jahr wildert er von dort aus mehr als 1000 Vögel wieder aus. Der Nabu sucht noch Paten, die sich an den Kosten (300 bis 500 Euro pro Tier) beteiligen.

Da der verletzte Wanderfalke beringt ist, konnte er identifiziert werden. Seine Eltern zogen ihn mit drei Geschwistern im Turm des Roten Rathauses auf. Sein Großvater, so die Nabu-Experten, war mehr als zehn Jahre lang der Reviervogel am Alexanderplatz.

Erst 2013 sei er von seinem Sohn abgelöst worden. Doch der wurde schon länger nicht mehr dort gesichtet. Stattdessen herrscht ein fremder, unberingter Wanderfalke jetzt im Revier. Der Jungfalke, so vermuten die Naturschützer, habe das Revier übernehmen wollen und sich wohl mit dem erfahrenen, älteren Vogel, der das Revier übernommen hat, darum geprügelt.

( bsm )